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Samstag, 20. Oktober 2012

England Renuion Trip

Dort wo mein Blog begonnen hat, möchte ich ihn auch beenden: Und zwar in England. Gute fünf Jahre nach Ende meines Freiwilligendienstes war die Zeit nun definitiv reif, um alte wie neue Freunde zu besuchen.

An einem sonnigen Samstagmorgen begann meine einwöchige Reise, welche mich von Liverpool nach Dewsbury über Sheffield nach Bristol und letztlich nach London führte. Englischen Boden betrat erstmalig wieder auf dem Rollfeld des John Lennon Airport, von dem ich weiter nach Dewsbury fuhr - dem Ort, an dem ich meinen Freiwilligendienst absolviert hatte. Am Bahnhof wurde ich von einer ehemaligen Arbeitskollegin abgeholt, in deren Haus ich freundlicherweise zwei Nächte verbringen durfte.

Der Sonntag startete mit einem reichhaltigen English Breakfast, dessen Kalorien wir uns - das heißt meine Arbeitskollegin, ihr Mann und ich - bei einem zweistündigen Spaziergang um Haworth wieder abliefen. Haworth ist ein kleines Dorf in Yorkshire, in dem die schriftstellerisch-begabten Geschwister Brontë lebten. Für einen Museumsbesuch reichte die Zeit zwar nicht aus, dafür aber für einen englischen Tee und ein Stück Kuchen in Emma's Café. Anschließend fuhren wir wieder zurück zum Haus meiner Arbeitskollegin, in dem ich mit dem Sohn und seiner Freundin ein paar Spiele auf der Wii spielten. Währenddessen bereitete meine sehr gastfreundliche und fürsorgliche Arbeitskollegin ein Roast Beef Dinner zu, welches wir abends gemeinsam aßen.

Am Montagmorgen stattete ich mit meiner Kollegin dem Dewsbury College (jetzt: Kirklees College) einen Kurzbesuch ab. Dort traf ich und unterhielt mich mit weiteren Arbeitskollegen; von meinen ehemaligen Schülern waren leider kaum noch welche da. Das gleiche traf auf meinen Landlord zu, der in der Nähe des Colleges wohnte. Immerhin konnte ich ihm eine kurze Nachricht hinterlassen. Wie viele Male bereits zuvor während meines Freiwilligendienstes holte mich auch an diesem Tag ein Rollenspieler mit seinem Auto von meiner ehemaligen Wohnung ab und wir machten uns auf den Weg nach Sheffield. Dort angekommen trafen wir auf weitere ehemalige Rollenspieler in "The Old Queens Head". In dieser Pub sowie in "The Fat Cat" tranken wir ein paar Ale, bevor ich einen kurzen Gastauftritt in ihrer D&D 3.5 Runde hatte. Zum Ausklang des Abends aßen wir noch ein scharfes Curry in einem indischen Restaurant.

Am Dienstag stand der Peak District auf dem Programm. Während meines Freiwillgendienstes hatte ich es nur in die Ausläufer dieses Nationalparks geschafft, diesmal ging es aber direkt ins Herz, nämlich nach Edale. In diesem beschaulichem Örtchen startete und endete meine fünfstündige Wanderung, die es ganz schön in sich hatte: Ich verletzte mich leicht am Knie und Arm, als ich von einem Stein abrutschte, bekam nasse Füße beim Überqueren der unzähligen kleinen Bachläufen, wurde auf dem Plateau des Kinder Scouts fast vom Wind weggeblasen, musste durch schwarzen Schlamm waten und verlief mich fast, da es kaum Wegweiser gab. Abgesehen davon war es aber eine schöne Wanderung in fast unberührter Natur, speziell das letzte Stück von der Jacobsleiter zurück nach Edale.

Mittwoch gings dann mit dem Zug nach Bristol, wo ich mich mir der englischen Masterstudentin traf, die ich vor einem knappen Jahr in Zürich kennengelernt hatte. Gemeinsam begaben wir uns zunächst zu meiner Unterkunft im Stadtteil Bedminster. Dort hatte ich für die nächsten drei Tage ein Zimmer gemietet, welches sich in der Wohnung von einer Chinesin und einem Polen befand. Nachdem ich meine Sachen abgestellt hatte, führte mich die Engländerin über eine weitflächige Rasenfläche namens "The Downs", entlang der Avon Gorge zur Clifton Suspension Bridge und schließlich nach Clifton, wo wir den Abend in einem italienischen Restaurant ausklingen ließen.

Da der Engländerin ein Vorstellungsgespräch in Nottingham bevorstand, musste ich Bristol und Umgebung an den nächsten beiden Tagen auf eigene Faust erkunden. Am Donnerstag begann meine Sightseeingtour in der Bristol Cathedral, führte entlang der Harbourside zum Queen Square und über den St. Nicholas Market zum Castle Park, in dem ich eine kurze Sandwich-Pause einlegte. Weiter ging es zum Old Market, durch den St. Matthias Park sowie das Shopping Quarter zu den Christmas Steps. Nachdem ich diese Treppen mit lustigen Namen hinaufgestiegen war, schaute ich mir das Bristol Museum und die Art Gallery an. Danach erklomm ich den nahegelegenen Cabot Tower im Brandon Hill Park. Bevor ich zu meinem Appartement zurückkehrte, machte ich noch einen Abstecher in den Victoria Park.

Am Freitag fuhr ich mit dem Zug in das benachbarte Bath. Dieses Städtchen ist bekannt für seine heißen Thermalquellen, die bereits von den Römern entdeckt und geschätzt wurden. Bevor ich mir diese genauer anschaute, besichtigte ich den Prior Park Landscape Garden - einen Park in typisch englischem Stil am Rande der Stadt. Anschließend lief ich zurück ins Stadtzentrum und besuchte die eindrucksvolle Bath Abbey, die Guildhall und die Art Gallery. Nun ging ich in die bereits erwähnten Roman Baths, in denen man zwar nicht baden, aber von denen man zumindestens ein Schlückchen probieren konnte. Als ich mit der Besichtigung und Verkostung fertig war, dämmerte es bereits und ich musste mich beeilen, um noch einen Blick auf den berühmten Häuserbogen "Royal Crescent" zu werfen.

Samstagvormittag traf ich mich erneut mit der englischen Masterstudentin in Bristol. Viel Zeit vor meiner Abreise verblieb allerdings nicht, sodass wir lediglich einen Blick in die St. Mary Redcliffe Kirche und auf den St. Nicholas Market werfen konnten. Bald schon darauf saß ich im Zug nach London, wo ich mich in Scotland-Yard-Manier durch das U-Bahnnetz hangelte, um schließlich den Expresszug nach London Stansted zu nehmen. Am Flughafen ankommen, musste ich noch eine Gebühr von £50 bezahlen, da ich mir online keine Boardkarte gelöst hatte (danke, Ryanair!). Dadurch ließ mir aber nicht die schöne Woche vermiesen, die leider viel zu schnell verflogen war. Ich hoffe, meine nächste Reise auf die Insel schaffe ich früher als in fünf Jahren.

Samstag, 6. Oktober 2012

Kreta

Zwei Tage nach Abgabe meiner Masterarbeit war ich bereits im wohlverdienten Urlaub auf Kreta. Mein Vater und mein Bruder hatten mich und meine Siebensachen ohne Umwege aus Münster abgeholt und nach Berlin chauffiert. Am Tag darauf saßen wir inklusive meiner Mutter im Flieger nach Kreta. Nach unserer Ankunft fuhren wir bei nächtlicher Stunde mit einem Mietauto zu unserer Unterkunft. Es handelte sich hierbei um eine ursprünglich von Hirten bewohnte Steinhütte, die sich in einer Ferienanlage im südostlichen Teil der Insel in der Nähe von Analipsi befand.

Am nächsten Morgen deckten wir uns zunächst mit dem Allernötigsten ein. Abgesehen von der Tatsache, dass es Sonntag war, hatten doch einige Geschäfte geöffnet. Gegen Mittag fuhren wir zum Strand von Xerokampos an der Ostküste Kretas, um dort erstmalig in das kristallklare Mittelmeer einzutauchen. Am nächsten Tag machten wir einen kurzen Stopp am Strand von Sitia und besichtigten danach die Ausgrabungsstätte Roussolakkos, eine ehemalige minoische Siedlung. Zum Mittag aßen wir leckeren Fisch aus dem Steinofen in einem Restaurant am Strand von Chiona. Dort verweilten wir noch einen Augenblick, bevor wir unsere Position zum Palmenstrand von Vai verlagerten.

Dienstags stand uns eine lange Autofahrt zur Lassithi-Hochebene bevor. Am Rande dieser Ebene befindet sich eine Höhle namens Dikteo Andro, in der angeblich Zeus geboren wurde. Auch wenn man nicht von diesem Mythos überzeugt ist, sind die angeleuchteten Stalagmiten und Stalaktiten allemal einen Besuch wert. Auf dem Weg zum Strand von Malia, wo wir den Nachmittag verbrachten, machten wir kurz Halt bei einer alten Platane mit einem Stamm von sagenhaften 18m Durchmesser. Am Mittwoch hingegen hielten wir uns in der Nähe unseres Appartements auf, nämlich am Strand von Makrigialos und in der Schmetterlingsschlucht. Letztere durchwanderterten wir fast bis zum Ende; kleinere Kletterpartien waren auch mit dabei. Von Schmetterlingen war allerdings keine Spur zu sehen.

Am Donnerstag durchquerten wir die nächste Schlucht, das sogenannte Tal der Toten. Diese touristisch gut erschlossene Schlucht war deutlich einfacher zu begehen. Von Toten war glücklicherweise keine Spur zu sehen. Auf halben Weg, d.h. nachdem wir die Schlucht hinabgewandert sind, konnten wir uns am Strand von Kato Zakros ausruhen. Nach der Wanderung, d.h. nachdem wir wieder hinaufgewandert sind, taten wir das am Strand von Xerokampos. An unserem letzten Tag wanderten wir von unserer Steinhütte die Schlucht hinauf nach Pefki. Oberhalb des Dorfes gab es eine kleine Kapelle mit einer Glocke, die sich mein Bruder nicht nehmen konnte zu läuten. Mittags kehrten wir in Pefki in eine Taverne ein, die sich nachträglich als beste unseres Urlaubs herausstellte. Nachdem wir die Schlucht wieder herabgestiegen sind, badeten wir am Strand von Makrigialos. Dort verbrachten wir auch den Samstagvormittag, bevor es am Abend mit dem Flieger zurück nach Berlin ging.

Donnerstag, 27. September 2012

Das 10. Semester

Das letzte Semester meines Studiums stand ganz im Zeichen meiner Masterarbeit. Auch wenn ich nicht - wie es in anderen Studiengängen der Fall ist - unbedingt auf Bücher angewiesen war, arbeitete ich vorrangig in Bibliotheken. Dort hatte ich meine Ruhe und war umgeben von Gleichgesinnten. Montags und freitags hielt ich mich meist in der Bibliothek der Wirtschaftsinformatik und im Physikgebäude auf, dienstags und donnerstags in der Zentralbibliothek, und mittwochs in der Geo-Bibliothek. Zwischendurch hatte ich mehrere Treffen mit meinen beiden Prüfern am Institut für Geoinformatik und mit meinen beiden Betreuern bei 52°North.

Im April schrieb ich eine vorläufige Einleitung und die Grundlagenkapitel. Die Analyse und konzeptionellen Kapitel folgten im Mai und im Juni. Von Mitte Juni bis Ende August programmierte ich dann eine prototypische Webapplikation, die den praktischen Teil meiner Arbeit darstellte. Zwischendurch hatte ich meine mündliche Masterarbeitsverteidigung und eine Präsentation über mein Externes Semester. In den letzten beiden Augustwochen führte ich noch eine Benutzerumfrage durch, um die entwickelte Applikation zu testen. Das Fazit und den Ausblick verfasste ich im September. Abgegeben habe ich die Arbeit schließlich am 27. September.

Gewohnt habe ich während dieser Zeit in einem Studentenwohnheim an der Steinfurter Straße. Mein ehemaliges Wohnheim an der Boeselagerstraße wurde leider abgerissen, daher musste ich in dieses ausweichen. Zwar lag das neue Wohnheim näher an der Innenstadt, dafür befand es sich an einer ziemlich lauten Kreuzung. Wie schon in Zürich und Wien teilte ich mir Küche und Bad mit mehreren Mitbewohnern. Es gab 16 Leute auf dem Flur, von denen viele während des Semesters wechselten. Mit einigen hatte ich mehr, mit anderen hingegen weniger bis keinen Kontakt. In den ersten beiden Wochen nach meiner Ankunft richtete ich mir mein Zimmer so gut es ging ein und besorgte mir fehlende Einrichtungsgegenstände, wie Bettzeug, Wäscheständer und Geschirrtücher. Einen Internetanschluss bekam ich erst in der vierten Woche. Anders als bei vorherigen Anbietern hatte ich während der gesamten Zeit allerdings keinen einzigen Ausfall zu beklagen.

Zu Ostern kamen mich meine Eltern und mein Bruder besuchen. Sie brachten mir noch ein paar Sachen nach, die ich alleine nicht transportieren habe können. Am Ostersonntag fuhren wir zum Schloss Darfeld, wo wir bei schönem Wetter eine 12km lange Wanderung unternahmen. Ostermontag war das Wetter bescheidener. Dennoch besichtigten wir den Nationalpark Hohe Mark, Haltern am See und das Schloss Nordkirchen. Anderthalb Wochen später stand mein Geburtstag an. Ich feierte mit sieben Gästen in meinem Wohnheim und servierte ihnen Schweizer Spezialitäten (u.a. Rivella). Den späteren Abend ließen einer der Gäste und ich in einem Münsteraner Club ausklingen.

Ende April fand die traditionelle Geoparty im Triptychon statt, an der ich nun zum dritten Mal teilnahm. Zum Vorglühen trafen ich mich mit einem Kommilitonen aus dem nachfolgenden Jahrgang bei einer anderen Kommilitonin. Auf der Party selbst waren jedoch nicht mehr allzu viele bekannte Gesichter zu sehen. Daher war es nicht verwunderlich, dass sich an einem Abend Ende Mai ein weiteres Treffen mit einigen Kommilitonen aus meinem Semester ergab, wo wir uns in der Ziege und im Blauen Haus über den aktuellen Stand unserer Masterarbeiten austauschten.

Um einen freien Kopf zu bekommen, ging ich alle ein bis zwei Wochen joggen. Ich hatte mir zu Beginn des Semesters neue Laufschuhe gekauft, da die alten bestimmt schon zehn Jahre auf den Sohlen hatten. Mit den neuen Schuhen gelang es mir, erstmalig die 10km Marke zu knacken. Hiervon motiviert, entschied ich mich im Juni am Leonardo-Campus-Run teilzunehmen. Ein Übungspartner aus dem ersten Semester, mit dem ich immer noch befreundet war und mit dem ich ab und zu joggen ging, hatte mich auf dieses Event hingewiesen. Ich meldete mich für eine Strecke von ebendiesen 10km an und absolvierte sie in einer Zeit von 56 Minuten. Damit lag ich zwar noch weit von den schnellsten Läufern entfernt, aber der Run mit allem Drumherum war in jedem Fall eine Erfahrung wert gewesen. Ebenfalls im Juni fand die Fußball-Europameisterschaft statt. Die Vorrundenspiele verfolgte ich per Public Viewing im Viva Sportscafé, in meinem Studentenwohnheim und in der Mensa am Aasee. Die Finalspiele schaute ich mir in Ruhe auf meinem Zimmer an.

Die englische Masterstudentin aus Zürich, die immer noch in Hamburg arbeitete, kam mich auch im Juni besuchen. Wir besichtigten gemeinsam die Innenstadt, den Saal des Westfälischen Friedens, den Markt am Domplatz, den zufällig an dem Wochenende stattfindenden Send und den Botanischen Garten. Danach fuhren wir mit dem Rad, das ich vorab von einer Kommilitonin für sie besorgt hatte, zu den Rieselfeldern. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Zwischenstopp in einer englischen Wohnsiedlung, von der es aufgrund der Besatzungszeit nach dem zweiten Weltkrieg gleich mehrere in Münster gab. Zurück fuhren wir entlang des Dortmund-Ems-Kanals zur Mensa am Aasee und von dort zum Bahnhof.

Ansonsten kam es während des Semesters noch zu einigen kleineren Begebenheiten: Den Abend am Tag nach meiner mündlichen Masterarbeitsverteidigung zelebrierte ich mit dem oben genannten Übungspartner in der Atelier-Bar. Ein Brettspiel- und zwei Rollenspielabende kamen mit meiner ehemaligen Truppe zustande. Da ich es nicht zu ihrem Geburtstag geschafft hatte, trank ich zur Wiedergutmachung mit einer Rollenspielerin an einem Sonntagnachmittag in der Roestbar Zwo einen Kaffee. Anfang September fuhr ich mit dem Rad zur Burg Hülshoff, jener Burg, wo die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff aufgewachsen war. Hier besichtigte ich den Park und das in der Burg befindliche Museum, welches Details zu dem Leben und dem Schaffen der Dichterin preisgab.

Das war im Großem und Ganzen alles, was in Münster während meines zehnten Studiensemesters geschah. Meine Kurztrips nach Düsseldorf, Amsterdam, Berlin, Darmstadt, Stralsund, Zürich und Kiew in dieser Zeit habe ich übersichtshalber in separate Blogposts ausgelagert.

Montag, 30. Juli 2012

Kurztrip nach Stralsund

Während die meisten Leute im Sommerurlaub waren, musste ich weiterhin meine Masterarbeit schreiben. Ein bisschen Erholung davon gönnte ich mir jedoch an diesem Wochenende. Meine Eltern hatten sich für ein ein paar Tage ein Apartment in Stralsund gemietet, um dort ein Teil ihres Urlaubs zu verbringen. Das Apartment war groß genug, dass vier Personen darin Platz fanden. So fuhr ich mit meinem Bruder, der passenderweise gerade seine letzte Klausur überstanden hatte, nach Stralsund. Wie schon bei unserer letzten gemeinsamen Zugfahrt (siehe: Das 8. Semester) waren wir nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Diesmal mussten wir den Wagen aufgrund einer defekten Klimaanlage wechseln. Aber auch im Ausweichabteil war es nur unwesentlich kühler als in einer Sauna.

Gut durchgekocht erreichten wir Stralsund, wo uns unsere Eltern bereits erwarteten. Dort wehte glücklicherweise ein frisches Lüftchen, sodass wir bald wieder Normaltemperatur erreichten. Am Abend gingen wir in ein Fischrestaurant essen und schlenderten noch ein wenig am Hafen entlang und durch die Stralsunder Altstadt. Während die anderen bereits in ihren Betten waren, schaute ich mir im Fernsehen die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London an. Als England-Fan war dies natürlich ein Muss. Zudem war es das erste Mal, dass ich mir eine Eröffnungsfeier in voller Länge angeschaut habe. Am nächsten Tag war ich dementsprechend müde. Es stand allerdings nichts Anstrengendes auf dem Programm. Dank schönen Wetters waren wir zuerst am Stand von Dierhagen Strand baden. Danach aßen wir in Ahrenshoop Mittag. Am Nachmittag waren wir in Prerow baden und liefen die lange Seebrücke einmal auf und ab.

Am Sonntag regnete es leider bis in den frühen Nachmittag. Wir verbrachten daher viel Zeit im Auto, schafften es aber dabei fast ganz Rügen zu umrunden. Wir fuhren über die Rügenbrücke, nahmen die Wittower Fähre und machten einen kurzen Fischbrötchen- Stopp in Lohme. Im Anschluss daran ging es nach Sellin. Dort besichtigten den Ort und die Seebrücke. Auf einem Waldweg entlang der Steilküste konnten wir einen Blick auf die berühmten Rügener Kreidefelsen werfen. Von Sellin aus machten wir uns auf den Rückweg nach Stralsund, bei dem uns sogar noch der Rasende Roland begnetete. Am Montag musste ich leider schon nach Münster zurückfahren. Vor meiner Abreise bestiegen wir noch den Kirchturm der St. Marienkirche, von dem sich ein schöner Rundumblick über Stralsund und die Umgebung bot.

Montag, 30. April 2012

Kurztrip nach Düsseldorf

Ein Vorteil beim Schreiben einer sechsmonatigen Masterarbeit ist, dass man sich seine Zeit frei einteilen kann. Ich versuchte allerdings so weit es ging, den üblichen Arbeitsrhythmus von meinem Praktikum, also unter der Woche zu arbeiten und das Wochenende dann frei zu haben, beizubehalten. Im ersten Monat war dieser Rhythmus - bedingt durch meine Anreise, Ostern und meinen Geburtstag - jedoch um einen Tag nach hinten verschoben.

So fuhr ich am Nachmittag des letzten Samstags im April nach Düsseldorf, um dort meinen Bruder zu besuchen. Meine Mutter, die durch den 1. Mai in den Genuss eines verlängerten Wochenendes kam, war auch dort. Wir beide übernachteten in einem Hotel in der Nähe des Wohnheims von meinem Bruder. Nach einigem Überlegen entschieden wir uns am nächsten Tag, einen Ausflug in den nordöstlichen Teil Düsseldorfs zu machen. Dort schauten wir uns zunächst ein paar Tiere im Wildpark Grafenberg an. Weiter ging es durch den Aper Wald zur Haltestelle Oberrath, wo wir in ein Restaurant einkehrten. Nach unserer Mahlzeit durchquerten wir Oberrath und liefen vorbei an einer Strafvollzugsanstalt zum Silbersee. Von dort aus spazierten wir zum benachbarten Grünen See und in den Erholungspark Volkardey. Schließlich fuhren wir mit der Straßenbahn wieder zurück zum Wohnheim meines Bruders.


Am Montagvormittag ging ich mit meiner Mutter in der Düsseldorfer Innenstadt shoppen. Meinen Bruder hatten wir bereits verabschiedet, da er vorlesungsbedingt in der Uni zugegen sein musste. Der Vormittag verging relativ schnell, sodass sich nach einem kleinen Mittagessen auch die Wege meiner Mutter und mir bald trennten. Sie fuhr mit dem Zug nach Berlin zurück und ich in Richtung Münster.

Samstag, 3. März 2012

Winterurlaub in Davos

Den diesjährigen Winterurlaub verbrachten wir zum ersten Mal komplett in der Schweiz. Vor drei Jahren hatte ich bereits einige Pistenkilometer auf der Schweizer Seite des Skigebiet "Portes du Soleil" gesammelt. Für die anderen - meinen Bruder, meinen Vater, sein Studienkollegen, dessen Tochter und deren Freund - waren die Schweizer Pisten hingegen Neuland. Nur einen Tag nach Ende meines Praktikum holten mich mein Vater und mein Bruder aus Zürich ab, sodass sich meine Anfahrtszeit in den Urlaub auf rekordverdächtige anderthalb Stunden belief.

Das Gesamtskigebiet von Davos-Klosters ist zwar relativ groß, allerdings ist es in sechs kleinere Skigebiete unterteilt. In unserer Urlaubswoche schafften wir immerhin fünf von ihnen zu befahren: Parsenn, Jakobshorn, Pischa, Madrisa und die Schatzalp (in chronologischer Reihenfolge). Die einzelnen Skigebiete lassen sich gut untereinander mit dem Skibus und sogar mit der Eisenbahn erreichen. Auffallend ist die große Anzahl an Schleppliften, die bei meinem Vater stets Unbehagen verursachen. Um in eines der Teilskigebiete zu gelangen, muss man sich zunächst mit einer Berg- oder Gondelbahn an die 500 bis 1000 Höhenmeter hinaufliften lassen. Da wir abseits der Ferienzeit gefahren sind, waren die Pisten dementsprechend leer.

An unserem ersten Tag hatten wir Schnee und Nebel. Danach schien nur noch die Sonne - teilweise erreichten die Temperaturen im Tal die 20°C Marke. Die Schneeverhältnisse waren trotzdem noch recht akzeptabel, wenn man nicht gerade auf Südhängen oder in den unteren Lagen unterwegs war. Meine ausgeliehenen Skiern fuhren sich ausgesprochen schnell - alles in allem bewegten wir uns doch eher gemütlich fort. Abends fanden unsere üblichen Spielerunden statt. Spiel der Woche war die sogenannte Schweinerei, bei der man versucht, mit zwei Schweinchen-Spielfiguren möglichst ausgefallene Positionen zu erwürfeln. Unsere gemietete Ferienwohnung bot ausreichend Platz für uns sechs. Zudem hatten wir eine schöne Aussicht aufs Jakobshorn. Aufgrund des hohen Preisniveaus verpflegten wir uns ausschließlich selbst.

Detaillierte Berichte unseres Skiurlaubs lassen sich auf dem Schneehöhen-Blog nachlesen. Verfasser der Beiträge sind der Freund und die Tochter des Arbeitskollegen meines Vaters, die hierfür Fünftages-Skipässe, T-Shirts und ein Maskottchen gesponsert bekommen haben.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Frostiger Februar

Der Februar war kalt - sehr kalt - und weiß - sehr weiß. Und langsam war die Zeit gekommen, von Zürich und der Schweiz Abschied zu nehmen. Zuerst musste ich mich aber von meiner englischen Bekanntschaft verabschieden, da sie nach ihrem zweieinhalbmonatigen Praktikum die Heimreise antrat. Ich lud sie in eine Bar ein, die ihren Namen trug, und wir gingen in die Confiserie Teuscher, wo sie ein paar Abschiedsgeschenke erwerben konnte. Außerdem spielte ihr noch ein paar Stücke auf dem Klavier vor, die ich mir während der Zeit hier angeeignet hatte.

Am ersten Wochenende des Februars schloss ich mich meinem französischen Zimmernachbarn und drei seiner Freunde zum Wandern in die Flumserberge an. Dort gab es einen Winterwanderweg, der von Tannenbodenalp zur Seebenalp und wieder zurück führte. Trotz strahlenden Sonnenscheins lagen die Temperaturen bei -20°C, sodass jedes Foto eine ziemliche Überwindung kostete. Dennoch bin ich im Nachhinein froh, dass ich mehrmals den Griff zum Fotoapparat gewagt habe, da sich die Resultate durchaus sehen lassen können.

Am folgenden Wochenende besuchten mich ein Schulfreund und seine Freundin aus München. Sie kamen am frühen Samstagmittag an und nach einer kleinen Stärkung in meinem Wohnheim fuhren wir zu einem Parkplatz am Fuße des Üetlibergs. Von dort aus liefen wir zur verschneiten Ruine Friesenberg und weiter zur verschneiteren Bergspitze. Im Restaurant Gmüetliberg wärmten wir uns kurz auf. Danach ging es bergabwärts - teilweise schneller als uns lieb war, da die Wege sehr vereist waren. Heil unten angekommen, fuhren wir zu ihrem Hotel und danach ins Stadtzentrum. Dort gönnten wir uns zum Ausklang des Tages ein Fondue bei passendem Ambiente im Walliser Keller. Am nächsten Tag machten wir einen Rundgang durch die Stadt und schauten uns die einzelnen Sehenswürdigkeiten an. Da die Temperaturen weit unterhalb des Gefrierpunkts lagen, tranken wir zum Aufwärmen einen Tee im Kunsthaus und einen Kaffee im Starbucks. Bereits am Nachmittag begaben sie sich wieder auf die Heimreise nach Deutschland.

An meinem letzten Wochenende in Zürich lieh ich mir von meiner Zimmernachbarin einen Schlitten aus. Damit düste ich zweimal die 5km lange Schlittelbahn des Üetlibergs hinunter. Da der Schlitten nicht das beste Modell war, musste ich mehrere Male absteigen und ihn ziehen. Trotzdem haben die beiden Abfahrten viel Spaß gemacht. Am Sonntag zog ich nochmal die Wanderschuhe an und fuhr mit dem Zug nach Einsiedeln, das mir im Herbst so sehr gefallen hatte. Ich stapfte vom Kloster Einsiedeln zum Friherrenberg, weiter nach Chälen und von dort hinunter zum Sihlsee nach Grossbach. Weil es schon langsam zu Dämmern begann, fuhr ich mit einem mit Karnevalisten gefüllten Bus (die sich glücklicherweise ruhig verhielten) zurück nach Einsiedeln.

In der letzten Woche kaufte ich noch ein paar Souvenirs und Geschenke, meldete ordnungsgemäß meine Wohnung ab und verabschiedete mich von meinen Zimmer- und Arbeitskollegen. In der Woche zuvor hatte mich meine Projektgruppe zu einem Abschiedsessen (natürlich Züri Geschnetzeltes) im Restaurant Linde-Oberstrass eingeladen. Zudem bekam ich mehrere Geschenke, u.a. ein Mini-Raclette, diverse Karten und Atlanten, und ein paar Reka-Schecks. Von diesen machte ich Gebrauch, als wir einen ganzen Tag zum Skifahren in den Flumserbergen verbrachten. Das Skigebiet ist zwar nicht allzu groß - für einen Tag reicht es aber locker aus. Skier und Skischuhe bekam ich von meinem Projektleiter gestellt, der zufällig dieselbe Schuhgröße wie ich hat. Insgesamt zu neunt düsten wir die Pisten hinunter und machten mehrere gemütliche Pistenstopps in den lokalen Skihütten.

Zusammenfassend lässt sich mein Praktikum mit zwei Eigenschaften beschreiben, die ebenfalls auf die Schweiz zutreffen: paradiesisch und perfekt.

Dienstag, 31. Januar 2012

Jovialer Januar

Damit nach meinem Weihnachtsurlaub gar nicht erst Heimweh aufkommt, hatte ich mir ein volles Programm für das erste Wochenende im neuen Jahr in Zürich zusammengestellt. Nach den allfälligen Besorgungen besuchte ich am Samstagnachmittag das Zivilschutz-Museum. Bei diesem handelt es sich um einen stillgelegten, dafür noch komplett eingerichteten Luftschutzbunker aus Zeiten des zweiten Weltkriegs. Aufgrund der Gefahr von feindlichen Angriffen wurden diese an vielen Orten in Zürich angelegt. Heute sind noch zahlreiche Bunker vorhanden, auch wenn sie zum Teil anders genutzt werden (z.B. als Parkhaus). Dieses und vieles mehr, wie die Funktionalität der einzelnen Räume und Gerätschaften, bekommt man auf einer geführten Tour durch das Museum von einem Kurator erklärt.

Am Sonntagvormittag ging ich zum Schlittschuhlaufen nach Oerlikon. Wie schon im November gab es eine Aktion, bei der man sowohl keinen Eintritt bezahlen musste, als auch Schlittschuhe gratis ausleihen konnte. So drehte ich bei musikalischer Untermalung und recht trüben Wetter meine Runden. Gut, dass neben der Freifläche auch eine Eishalle vorhanden war, in die man sich bei stärkeren Schauern retten konnte.

Am folgenden Wochenende war ich mit meiner englischen Bekanntschaft im Sihlwald wandern. Wir stiegen an der gleichnamigen S-Bahn-Station aus, stapften zum Albishorn und machten dort eine kurze Mittagspause. Danach liefen wir entlang des vereisten Bergkammes zur Hochwacht bis hin zur Albispasshöhe. Da sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte, boten sich uns zum Teil sehr schöne Aussichten. Schließlich machten wir noch einen Abstecher in den Wildpark Langenberg und schauten uns dort ein paar Tiere an.

Am nächsten Wochenende besuchten wir das Technorama in Winterthur. In diesem speziellen Museum kann man viele wissenschaftliche Experimente selber durchführen. Darüberhinaus finden über den Tag verteilt mehrere Vorführungen statt. So konnten wir uns einige bis dahin unerfüllte Kindheitsträume erfüllen, wie eine elektrisch geladene Kugel anzufassen, bei der einem die Haare zu Berge stehen. Weiterhin konnten wir die Lautstärke unserer Schreie messen, eine Runde Mindball spielen, Plasmaröhren anfassen, große Seifenblasen machen und unsere Schatten an die Wände projezieren.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Weihnachtlicher Dezember

Mein Dezember in Zürich stand ganz im Zeichen der bevorstehenden, gnadenbringenden Weihnachtszeit. Es galt Geschenke aus verschiedenen Stellen zusammenzutragen und diese letztlich nach Berlin zu befördern. Hierfür war ich ein ums andere Mal zum Weihnachtsshopping in der Innenstadt, schlenderte über verschiedene Weihnachtsmärkte und besuchte Geschäfte, die ich bisher nur von außen gesehen hatte. Insgesamt war die Stadt so schön beleuchtet, dass mir das Geschenke finden nicht allzu schwer fiel.

Ein besonderes Highlight während dieser Zeit war ein Weihnachtskonzert in der Kirche St. Peter. Hier wurde Händel's Messiah mit dem berühmten Chor "Halleluja" zum Besten gegeben. Zwischendurch sprach ein Pfarrer wärmende Worte. Diese waren auch nötig, da die Temperaturen langsam, aber sicher auf den Gefrierpunkt zugingen. Zudem holte der Dezember an Niederschlag das nach, was dem November gefehlt hatte. Zunächst regnete es; nach zwei Wochen jedoch ging der Regen glücklicherweise in Schnee über.



Mit Schnee überzogen sahen die Berge umso schöner aus. Mit meiner englischen Bekanntschaft und ihren Eltern, die zu Besuch waren und mich mal kennenlernen wollten, unternahm ich zu jener Zeit einen Ausflug auf den Üetliberg. Oben - diesmal mit der Bergbahn - angekommen, spazierten wir ein bisschen in der Winterlandschaft umher und wärmten uns im Restaurant "Gmüetliberg" wieder auf. Am späten Nachmittag schlenderten wir noch durch weihnachtliche Innenstadt.

Aufgrund der weihnachtlichen Aktivitäten blieb nicht allzu viel Zeit für Kultur. Für zwei Dinge hat es aber dennoch gereicht. Zum Einen war ich im Anthropologischen Museum der Uni Zürich. Hier wurden Abgüsse eines 2 Millionen Jahre alten Skelettes gezeigt, bei dem es sich möglicherweise um einen Vorfahren der Menschen handelt. Das Skelett wurde von Studenten bei einer Exkursion in Südafrika ausgegraben. Das andere Mal war ich im Thomas-Mann-Archiv. Dort gab es sein Arbeitszimmer, bestehend aus seinem Schreibtisch, ein paar Möbeln und vielen Büchern, zu sehen. Seine Nobelpreisurkunde für "Die Buddenbrooks" und mehrere Handschriften waren ebenfalls ausgestellt.

Auch auf Arbeit weihnachtete es schon sehr. In der zweiten Dezemberwoche fand die Weihnachtsfeier unseres Instituts statt, und zwar in recht noblen Restaurant namens "Roter Kamm". Es gab ein  Drei-Gänge-Menu mit Mistkratzer - einem jungen Huhn - als Hauptspeise. Bereits eine Woche davor hatte ein Arbeitkollege seinen Ausstand mit einem Apéro gefeiert. So gab es reichlich Gelegenheit sich mit seinen Kollegen über Trivia auszutauschen. Zuletzt lud mein Projektleiter unser Team noch zu einem Glühwein auf dem Campus ein.

Mittwoch, 30. November 2011

Nebliger November

Der November bot alles an Nebel, was man sich so vorstellen konnte: Hochnebel, Tiefnebel, dichten Nebel, dünnen Nebel, hellgrauen Nebel, dunkelgrauen Nebel. Nur vereinzelt schaffte es die Sonne, ein paar aufmunternde Strahlen der Erde entgegen zu schicken. Bis auf den letzten Tag fiel auch im ganzen Monat kein Tröpfchen Regen.



Um der Tristesse des trüben Wetters für ein paar Momente zu entfliehen, half Bewegung. So war ich Schwimmen, Eislaufen und einmal sogar Joggen. Allerdings war es da schon ziemlich kalt, vor allem an den Händen. Dieser Umstand wurde jedoch von einem wunderschönen Ausblick auf ein im Sonnenuntergang und Nebel versinkendes Zürich entschädigt. Als sich an einem Wochenende eine Sonnenlücke auftat, spazierte ich ein bisschen in Wollishofen, einem im Südwesten gelegenen Stadtteil Zürichs, herum.

An einem anderen Wochenende besichtigte ich das Museum Rietberg. Hier gab es Kunstschätze zu den verschiedenen Weltreligionen zu sehen. Eine Sonderausstellung zum Thema "Mystik" . Um die vielen Eindrücke zu verarbeiten, half ein kleiner Rundgang durch den schönen, angrenzenden Park. Als kleine Anekdote sei erwähnt, dass Richard Wagner in der Villa, die später zu dem Museum umfunktioniert wurde, seine berühmte Oper "Tristan und Isolde" geschrieben hat. Über diese musste ich in der Schule mal einen Vortrag halten. Ein bisschen weiter in meine Kindheit wurde ich versetzt, als ich mir im Kino den Film "Tom Sawyer" anschaute. Aus dem Buch hatte mir und meinem Bruder früher immer mein Opa vorgelesen.

Am Institut kam es ebenfalls zu einigen Gelegenheiten, den grauen Arbeitsalltag ein wenig bunter zu gestalten. So durfte ich an einer Exkursion zu ESRI teilnehmen - einer großen Firma für Geoinformationssoftware, die eine Niederlassung in Zürich hat. Lustigerweise hörte ich in derselben Woche noch einen Vortrag des Hauptkonkurrenten - Quantum GIS - gehalten von Tim Sutton, einem der Chefentwickler. An einem Abend verabschiedeten wir in der Pizzeria Molino in lustiger Runde unsere Doktorandin, die einen Monat bei uns arbeitete. Gegen Ende des Monats nahm mich mein Projektleiter noch zu einem Treffen mit Geologen mit, um sie über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren.


Am letzten Wochenende kam es dann zu einer Begegnung der besonderen Art. Eine meiner ehemaligen englischen Arbeitskolleginnen hatte mir geschrieben, dass ihre Patentochter für ein paar Monate nach Zürich kommen wird. Nach einigen Nachrichtenwechseln auf Facebook verabredeten wir uns schließlich zu einem ersten Treffen. Da sie erst vor zwei Wochen in der Schweiz angekommen war, spazierte ich mit ihr auf den Zürichberg, damit sie einen guten Überblick von Zürich erhalten konnte. Im Anschluss daran haben wir - wie in England typisch - noch einen 5 Uhr Tee bei mir getrunken.

Montag, 31. Oktober 2011

Goldener Oktober

Der Oktober in Zürich gestaltete sich in vielerlei Hinsicht goldig. Den Anfang machten warme Temperaturen und ungewöhnlich schönes Herbstwetter. Ich erinnere mich gerne zurück, wie ich im T-Shirt, mit Sonnenbrille und einem guten Buch in der Hand auf einer Parkbank am Zürichsee mich von der Sonne bescheinen lassen habe. Da der Altweibersommer bekanntlich im September stattfindet, musste es sich hierbei wohl um den Altherrensommer handeln.


Ich habe allerdings nicht nur herumgesessen, sondern war auch viel unterwegs . Zum Beispiel habe ich einen längeren herbstlichen Spaziergang nach Weinegg und Seefeld unternommen, vorbei am Dolder Grand Hotel. Bei diesem muss man bestimmt einige Goldreserven besitzen, um dort abzusteigen. Auch meine Museumstour habe ich fortgesetzt. So war ich im focusTerra - dem Museum der Erdwissenschaften - sowie im Völkerkundemuseum. Bei ersterem waren sogar echtes Gold und weitere Edelsteine als auch ein bisschen Mondstaub ausgestellt, den Astronauten auf einer Apollo-Mission eingesammelt haben. Weniger spektakulär, aber dennoch für eine Abwechslung gut waren das Stadtarchiv - mit einem großen Stadtmodell von Zürich um 1800 - und die Archäologische Sammlung.


Mitte Oktober kamen mich meine Eltern für ein Wochenende besuchen. Ausgerechnet in dieser Zeit fielen die Temperaturen in einen herbstlich-winterlichen Bereich. Dafür blieb es aber trocken, sodass wir trotzdem unser geplantes Programm in die Tat umsetzen konnten. Am Vormittag des ersten Tages machten wir zunächst einen kleinen Rundgang durch die Stadt. Nachmittags ging es dann auf den Uetliberg und von dort aus weiter in Richtung Hotel meiner Eltern. Am folgenden Tag liehen wir uns Räder aus und fuhren damit nach Baden. Baden ist ein kleines, mittelalterliches Städtchen ungefähr 20km von Zürich entfernt, welches man bequem die Limmat abwärts erreichen kann. Dort angekommen schauten wir uns ein bisschen in der Stadt um, guckten uns die Therme an und stiegen auf eine alte Burgruine. Rückzu nahmen wir eine alternative Route, die uns mehr durch das Land führte. Am Abend hieß es dann schon Abschied zu nehmen, da meine Eltern meinem Bruder in Düsseldorf auch noch einen Besuch abstatten wollten.


Auf Arbeit lief alles seinen gewohnten Gang. Ich beschäftigte mich weitesgehend mit Kartengeometrien und Metadaten. Frischen Wind in unsere Arbeitsgruppe brachte eine Doktorandin aus Tschechien, die für einen Monat Forschung - größtenteils Literaturstudium - für ihre Dissertation nachging. In diesem Zusammenhang nahm mein Projektleiter sie und mich zu einer Professorin an der Universität nach Irchel mit, bei der einerseits ihre Doktorarbeit, andererseits unser Projekt besprochen wurde. An einem Abend in der Woche ergab sich ein nettes Treffen mit Arbeitskollegen aus einer anderen Arbeitsgruppe in einem Züricher Café. Ansonsten bekam ich noch von der ETH eine kostenlose Grippeimpfung spendiert. Im Gegenzug hatte ich eine Woche zuvor Blut gespendet (mein zweites Mal).


Am letzten Oktoberwochenende habe ich mich auf den Weg nach Einsiedeln gemacht. Dort gibt es ein Kloster zu besichtigen, dessen Innengestaltung wahrscheinlich schon den ein oder anderen Besucher zum Christentum übertreten ließ. Als ich ankam, fand gerade eine Messe statt, was diesen Eindruck noch verstärkte. Nach einer Stunde des göttlichen Segens fand ich schließlich doch den Ausgang und schaute mich noch ein wenig in der Umgebung um. Zum einen waren da die angrenzenden Stallungen, ein Denkmal für den heiligen Benedikt und ein kleiner Klosterladen. In der Stadt selbst war ich auf Anraten meines Projektleiters in einer Lebkuchen-Bäckerei, welche schon über Generationen hinweg Pilger mit Wegzehrung ausstattet. Ein Museum im hinteren Teil der Bäckerei dokumentierte dies. Auch ich habe mir eine Kleinigkeit für meine anschließende Wanderung mitgenommen. Und zwar ging es auf dem Jakobsweg - allerdings in umgekehrter Richtung - nach Pfäffikon am Zürichsee. Den ganzen Weg über boten sich wunderschöne Motive, die sich mit Worten nicht beschreiben lassen, deshalb möchte ich den Post mit einem Verweis auf das obige Fotoalbum beenden.

Freitag, 30. September 2011

Der September in Zürich

Der September in Zürich begann eigentlich schon im August, da mein Praktikum am Montag, dem 29. August 2011 um 9:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit startete. Mein Praktikumsbetreuer und gleichzeitig Projektleiter hat mich freundlich empfangen und mir in den ersten anderthalb Stunden alles wichtige für das Projekt erklärt und gezeigt. Auf einer Führung durch das Institut hat er mich mit einzelnen Mitarbeitern bekannt gemacht. Das Institut selbst ist kleiner als das in Münster, dafür kennt man sich um so besser. Dies zeigte sich gleich bei der ersten Kaffeepause am Vormittag, bei der sich fast alle Institutsmitarbeiter in einer Caféteria einfanden. Auch beim Mittagessen in der Mensa bot sich ein ähnliches Bild.

Die darauffolgenden drei Wochen bestanden daraus, mich zunächst mit dem Projekt vertraut zu machen, einen Praktikumsplan zu erstellen und verschiedene Programme auszuprobieren. Für ein wenig Abwechslung sorgte in der zweiten Woche ein von den Teammitgliedern organisierter Workshop, bei der die zukünftige Entwicklung des Projekts und neue Funktionen diskutiert wurden. Dieser fand in Aarau statt, einem kleinen Städtchen, das man innerhalb einer halben Stunde mit dem Zug von Zürich aus erreichen kann. In der dritten Woche nach Praktikumsbeginn veranstaltete das Institut eine Kartografie-Werkschau. Hierbei wurden verschiedene Projekte vorgestellt und ein Preis für das beste kartografische Produkt verliehen.

Aber nicht nur auf Arbeit war einiges los, sondern auch nebenher. So nahm ich in der ersten Woche an einer von der Stadt organisierten Begrüßungsversanstaltung teil, die allen Neuzugezogenen galt. Nach einer kurzen Einführung ging es auf einem einstündigen Rundgang durch die Altstadt. Anschließend versammelte man sich zu einem Apéro, bei dem kleine Häppchen sowie Sekt und Saft serviert wurden. Ebenfalls in der ersten Woche war ich bei einem Apéro von einem Arbeitskollegen. Dieser hatte zuvor seine Doktorarbeit erfolgreich verteidigt.

An den Wochenenden verspürte ich irgendwie das Verlangen, mich kulturell und wissenschaftlich weiterzubilden. Vielleicht fehlten mir nur einfach die Vorlesungen. So war ich zum einen im Medizin-Historischen Museum. Hier wurde die Geschichte der Medizin von den Anfängen bis zur Neuzeit aufgerollt. Zum anderen war ich im Kulturama, einem Museum, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Meine nicht vorhandenen botanischen Kenntnisse frischte ich bei einem Besuch in der Sukkulenten-Sammlung als auch in der Stadtgärtnerei der Stadt Zürich auf. Obwohl es schon fast Herbst war, gab es noch einige schöne Blumen und Kakteen zu sehen.

Aber auch die Berge verlor ich nicht vollkommen aus den Augen. An einem Samstag gegen Ende des Monats fuhr ich nach Meilen und wanderte auf einen 853m hohen Berg namens Pfannenstiel. Dort gab es einen Aussichtsturm - allerdings war die Sicht trotz guten Wetters doch eher bescheiden. Auf der Rücktour nahm ich den Weg nach Forch und ließ mich von dort aus mit der Bahn nach Zürich zurückbringen. Das Wetter im September war fast ausnahmslos gut, so konnte ich einige Male joggen gehen.

Dies war aber noch nicht alles. In Zürich findet nämlich jedes Jahr das sogenannte Knabenschießen statt. Hierbei schießen Jugendliche mit echten Gewehren auf eine Zielscheibe und erhalten für jeden Treffer Punkte. Gewonnen hat am Ende der- oder diejenige mit den meisten Punkten. Dieses Jahr gelang dies lustigerweise einem Mädchen. Begleitend zum Knabenschießen findet eine Kirmes statt, die ich mir näher angeschaut habe. Kurz gesagt gab es hierbei tausend Möglichkeiten Nahrung aufzunehmen und wahrscheinlich ebenso viele, diese wieder zu verlieren. Dazu kam es bei mir zum Glück nicht: Ich fuhr lediglich mit einem Kettenkarussell, das sich in 50m Höhe über dem Boden schraubte.

Zum Ausklang dieses Blogposts sei noch eine Erasmus-Party erwähnt, auf die ich mich gemeinsam mit meiner Zimmernachbarin begab. Es war viel los, die Musik war erstaunlich gut, die Location ziemlich runtergekommen und die Preise für Zürcher Verhältnisse relativ niedrig. Alles in allem also eine Feier, die diesem Titel gerecht wird.

Sonntag, 28. August 2011

Die ersten zwei Wochen in Zürich

Für mein drittes Semester in meinem Masterstudium ist ein sechsmonatiges Praktikum vorgesehen. Laut Studienordnung können wir dieses an einer beliebigen Universität oder einem beliebigen Unternehmen absolvieren. Seit längerem habe ich mit dem Gedanken gespielt, die Gelegenheit für ein Auslandssemester in der Schweiz zu nutzen. Zum einen bin ich großer Fan der Berge und zum anderen ist die Schweiz für mich eine Art Mutterland der Geoinformatik.

Wie es der Zufall wollte, kam im Februar diesen Jahres eine E-Mail mit einer Stellenausschreibung von der ETH über unseren Institutsverteiler. Diese war zwar für erfahrene Softwareentwickler gedacht - wie ich nachher erfuhr, aber einen Praktikanten konnten sie auch noch gebrauchen. So bin ich also in Zürich gelandet. Die Wohnungssuche gestaltete sich im Endeffekt relativ unkompliziert, da ich einen Platz in einem Studentenwohnheim ergattern konnte. Dem voraus gingen aber mehrere Bewerbungen, die ich aufgrund der frühen Zusage wohl zu einem günstigen Zeitpunkt abschickt habe.

Bevor es aber mit dem Praktikum losging, habe ich erstmal Urlaub in Zürich gemacht. Dies kann ich nur jedem empfehlen, der ähnliches vorhat. So kann man einerseits die Gegend kennenlernen und andererseits organisatorische Dinge erledigen (wie die Wohnung anzumelden oder ein Bankkonto zu eröffnen). In der folgenden Auflistung, die meine ersten zwei erlebnisreichen Wochen in Zürich repräsentieren soll, habe ich mich jedoch nur auf ersteres beschränkt. Man kann sagen, dass ich jeden Tag etwas anderes unternommen habe:

Freitag, 12. August:
- Spaziergang durch Innenstadt zum Zürichsee

Samstag, 13. August:
- Wanderung auf den Käferberg (562m)
- Streetparade

Sonntag, 14. August:
- Landesmuseum Zürich besucht
- im Limmat geschwommen

Montag, 15. August:
- "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes. Teil 2" im Kino geguckt

Dienstag, 16. August:
- Wanderung auf den Zürichberg (676m)
- Kunsthaus Zürich besucht

Mittwoch, 17. August:
- Radtour um den Zürichsee (75km)

Donnerstag, 18. August:
- am Zürichhorn gelegen und gebadet

Freitag, 19. August:
- Wanderung auf den Adlisberg (701m)

Samstag, 20. August:
- Spaziergang zum Irchelpark

Sonntag, 21. August:
- mit dem Rad zur ETH-Hönggerberg gefahren

Montag, 22. August:
- Stadtrundgang mit meinem Bruder, der eine Woche zu Besuch kam

Dienstag, 23. August:
- Wanderung auf den Uetliberg (869m) und entlang des Planetenwegs

Mittwoch, 24. August:
- Zoologisch-Paläontologisches Museum besucht

Donnerstag, 25. August:
- Fahrradtour zum Zuger See (80km)

Freitag, 26. August:
- am Arboretum gelegen und gebadet
- Botanischen Garten besucht

Samstag, 27. August:
- Ausflug nach Winterthur

Sonntag, 28. August:
- Fahrradtour zum Greifensee (35km)

Da mein Vater mir seinen Fotoapparat ausgeliehen hat, gibt es endlich wieder ein paar Fotos zu sehen:

Montag, 8. August 2011

Das 8. Semester

Im Gegensatz zum vorangegangen, eher theorielastigen Semester, war mein achtes Semester mehr praktischer Natur. Ich hatte zwei Studienprojekte am Start, drei Seminare, eine Vorlesung sowie eine Vorlesungsreihe. Zudem war ich Tutor im Kurs Referenzsysteme, den ich im Vorjahr besucht hatte. Alles zusammen füllte meine Woche gut aus. Sehr angenehm war dabei der Umstand, dass ich meistens bis 9 Uhr (aus)schlafen konnte, da die frühesten Kurse erst um 10 Uhr begannen.

Während des Semesters war abseits der Uni natürlich auch einiges los. So fanden sich gleich am Montag in der zweiten Woche alle Masterstudenten zum Grillen am Aasee ein. Meinen Geburtstag feierte ich am Samstag in derselben Woche im kleinen Rahmen in meiner Wohnung. Am Tag darauf besann ich mich, meine Laufschuhe wieder aus dem Schrank zu holen und mit dem Joggen zu beginnen. Dies machte ich mir daraufhin zu meiner wöchentlichen Gewohnheit und konnte mich so von anfänglichen 4 km auf bis zu 9,6 km steigern. Das Wetter war diesen Frühling und Frühsommer für Münsteraner Verhältnisse ausgesprochen gut, was diese sportliche Aktivität zusätzlich förderte. Auch mit dem Fahrrad konnte ich einige schöne Touren in der Umgebung Münsters unternehmen. Gerne hätte ich dabei das ein oder andere Motiv aufgenommen, doch durch den Verlust meines Smartphones im Winterurlaub war dies mir leider nicht vergönnt gewesen.

Über die vier Osterfeiertage fuhr ich zu meiner Familie nach Berlin. Auf der Hinfahrt habe ich mich mit meinem Bruder getroffen. Der Zug, den wir nahmen, hatte am Ende aufgrund von Bauarbeiten und eines "Personenschadens" sage und schreibe drei Stunden Verspätung. Nichtsdestotrotz traf ich mich am gleichen Abend mit drei Schulfreunden aus meinem ehemaligen Mathe-LK und wir ließen die Nacht gemütlich in einer Bar und einem Klub am Hackischen Markt ausklingen. Meinen Bruder hatte es leider nicht ganz so gut erwischt und musste die Feiertage krank im Bett verbringen. Da Ostern ziemlich spät in diesem Jahr lag, ergab sich endlich wieder die Gelegenheit, einen Geburtstag innerhalb der Familie mitzufeiern, und zwar den der Cousine meiner Mutter. Hier fand sich die gesamte nähere Verwandtschaft zusammen, sodass ich einige lang nicht mehr gesehene Gesichter wiedersah und die neuesten Neuigkeiten erfuhr. Meinen Osteraufenhalt rundete ich mit meiner Mutter in den "Gärten der Welt" ab, welche seit meinem letzten Besuch den ein oder anderen Garten hinzubekommen hatten.

Zu Himmelfahrt war es dann umgekehrt: Meine Eltern kamen zu Besuch nach Nordrhein-Westfalen.
Zuerst schauten sie gemeinsam mit meinem Bruder die Loreley am Rhein an. Einen Tag später trafen wir uns alle in Dortmund, wo wir uns ein Mietauto mieteten. Mit dem machten wir uns auf ins sagenumwobene Sauerland. Sagenumwoben deshalb, da schon in meiner Humangeografie-Vorlesung im dritten Semester immer ein leichtes Raunen durch den Saal ging, als der Professor das Sauerland erwähnte. Scheinbar sehen es hier viele Leute als eine Art grünes Paradies - im Gegensatz zum grauen Pott. Die Landschaft ist zwar recht nett anzuschauen, so mein persönlicher Eindruck, allerdings konnte ich mit den dortigen Erhebungen nicht so richtig identifizieren. Für Hügel (wie in England) sind sie zu groß und für Berge (wie in den Alpen) sind sie zu klein. Auf der Autobahnfahrt dorthin kamen sie mir zudem ziemlich gestaucht vor. Trotz alledem war der Aufenthalt, wenn auch nur kurz, eine willkommene Abwechslung zum Studienalltag. Am Nachmittag spazierten wir auf die Nordhelle, abends liefen wir entlang des angestauten Biggesees. Am nächsten Tag wanderten wir auf die Hohe Bracht. Die Nacht verbrachten wir in einer Hotelpension in Attendorn.

In den Pfingstferien war ich wiederum in Berlin. Mein Bruder hatte, obwohl er im selben Bundesland wie ich studiert, komischerweise keine Ferien. Daher musste ich mich wohl oder übel alleine auf den Weg machen. Im Zug (der diesmal sogar überpünktlich ankam) stand noch nicht wirklich fest, was ich in der mir zur Verfügung stehenden Zeit machen werde. Bald jedoch musste ich feststellen, dass dies die ereignisreichsten Pfingstferien meines Studiums werden sollten. Angefangen hat es mit einem Bowlingabend mit meinem besten Schulfreund und dessen Freundin in der Nähe vom Nollendorfplatz. Am Tag darauf waren meine Eltern und ich mit einer Arbeitskollegin meiner Mutter und deren Mann in Bernau Spargel essen. Zur besseren Verdauung spazierten wir noch an der Stadtmauer entlang, landeten aber letztendlich an unserer Ausgangsposition in einem Café. Die aufgenommenen Kalorien strampelten wir uns am nächsten Tag auf einer 40 km langen Radtour ab. Wir sind in die Stadt hinein bis zur Warschauer Straße gefahren, danach durch den Treptower Park und entlang des Teltowkanals bis nach Adlershof und von dort aus wieder zurück. Am Montag fand dann die fast schon zum Standardrepertoire meiner Ferien gehörende Rollenspielrunde statt. Allerdings gehörte sie mit vier Mitspielern eher zu einer der kleineren. Dienstag musste ich mich verstärkt mit Unikram auseinandersetzen, da auf diesen Tag die Deadline für einen vorläufigen Bericht fiel. Am Mittwochabend war ich kurz mit meinem Vater bei meinem Opa zu Besuch. Donnerstag war ich wiederum mit meinen anderen Großeltern verabredet. Wir waren zuerst in Neu Helgoland essen und haben danach eine kleine Schiffsrundfahrt über den Müggelsee unternommen. Am Freitagabend habe mich mit einem guten Schulfreund getroffen, den es arbeitsbedingt nach München verschlug. Da ich in Sachen Umzug in eine andere Stadt schon einige Erfahrungen gesammelt hatte, konnte ich ihm den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben. Samstag wären noch zwei weitere Treffen möglich gewesen. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, vor meiner Rückreise noch ein wenig Energie zu tanken. So habe ich den Tag in Ruhe zu Hause verbracht.

Das war auch gut so, denn die finalen vier Wochen des Semesters standen bevor. In diesen musste soviele Präsentationen halten wie noch nie, und zwar gleich fünf an der Zahl. Dafür war nur eine Klausur fällig, die wahrscheinlich auch letzte meines Studiums. Des Weiteren musste ich noch zwei je fünfseitige Abschlussberichte verfassen sowie zwei Studienprojekte inklusive Dokumentation fertigstellen. Letzteres geschah allerdings in der dreiwöchigen "Nachstudienzeit" des Semesters. Nebenbei hatte ich es gewagt, zum ersten Mal Blut zu spenden. Ich war natürlich vorher ein wenig aufgeregt. Da ich mich aber im Vorfeld umfassend informiert habe und das Praxisteam sehr routiniert zu Werke ging, lief alles reibungslos ab. Ich hoffe, dass ich so einem Menschen helfen konnte und denke, dass ich zu gegebener Zeit wieder gehen werde.

An den letzten Wochenenden standen dann diverse Abschiedsfeiern an. Die erste war von einer Geografiestudentin, die es nach Dänemark zog, und drei ihrer Mitbewohnerinnen organisiert. Wie Mädchen nun mal sind, verließ keiner der vielen Gäste die Feier durstig oder gar hungrig. Mit meinem Informatik-Übungspartner aus dem ersten Semester war ich noch einmal abschließend joggen und anschließend in einem Münsteraner Club namens "Cuba Nova" das Tanzbein schwingen. Ich selbst habe meine Abschiedsfeier im BARzillus gefeiert. Ich muss sagen, dass es einer der nettesten Abend war, die ich in Münster verbracht habe. Den fünf Anwesenden sei dafür herzlich gedankt. Am folgenden Tag hieß es dann Koffer packen - allerdings sehr gemütlich, sodass am Nachmittag noch ein Kinobesuch drin war. Während des Semesters hatte ich es nur ein einziges Mal ins Kino geschafft. Meine Eltern kamen am nächsten Tag mit dem Auto, welches wir nun nach und nach randvoll beluden. Mein Bruder war auch kurzzeitig da und nahm ein paar Sachen für sich mit. Wie auch schon vor zwei Jahren hieß es nun Münster Lebewohl zu sagen. Bei meiner Abfahrt hatte ich allerdings das Gefühl, dass es wohl nicht das letzte Mal gewesen war.

Sonntag, 7. Februar 2010

Obergurgl-Hochgurgl

Ein Jahr des langen Wartens ist vorbei: Endlich war es wieder an der Zeit, die Skier anzuschnallen und die Berge runterzuheizen. Im Gegensatz zum letzten Urlaub war ich diesmal mit meinem Bruder, meinem Vater, einem seiner Studienkollegen und dessen Tochter unterwegs, sodass alles ein bisschen erholsamer und familiärer vonstatten ging.

Wie die Überschrift schon verrät, waren wir in Obergurgl-Hochgurgl, einem relativ kleinen Skigebiet (mit 110 Pistenkilometern), welches dafür ziemlich schneesicher ist (in 2000m - 3000m Höhe). Dieses ist am Ende des Ötztals in Tirol gelegen, wo auch der legendäre Ötzi gefunden wurde. Nicht verwunderlich, dass er gerade dort erfroren ist, denn auch bei uns war es in den ersten Tagen mit bis zu -20°C recht kalt. Erst gegen Ende der Woche wurde es wärmer - bei Temperaturen um 0°C. Der ansonsten abwechslungsreiche Sonne-Wolken-Schnee-Mix bescherte uns überwiegend gute Pistenverhältnisse. Erwähnenswert ist, dass es an den Liften zu keinen Wartezeiten kam. Besonders aufgefallen ist uns dies, als wir einen Tag im Nachbarskigebiet Sölden verbrachten, wo deutlich mehr Leute herumwuselten. Allerdings gab es dort auch eine größere Auswahl an Pisten sowie einen Gletscher.

Untergebracht waren wir der schönen Pension Gstrein, in der uns jeden Morgen die netten Wirtsleute mit einem reichhaltigen Frühstücksbufett versorgten. Mittags kehrten wir in Almhütten ein, wo wir entweder Suppen oder österreichische Süßspeisen bestellten. Abends genossen wir die österreichische und italienische Küche in verschiedenen Restaurants des Ortes. Den langen Skitag ließen wir stets gemütlich mit Spielen - wie Durak, Mexican Train, Skipbo oder 6 nimmt - in unserer Pension ausklingen.

Hier nun ein paar Impressionen des Urlaubs. Dank an die anderen beiden Fotografen, die selbst der eisigsten Kälte trotzten und ihre Hände für ein schönes Foto abfroren.
Obergurgl-Hochgurgl

Samstag, 30. Januar 2010

Prüfungswahn im Januar

Der Januar stand ganz im Zeichen der abschließenden Semesterprüfungen. Insgesamt waren es sechs Stück an der Zahl, darunter eine mündliche wie schon im November. Zwei andere bestanden aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, was sich als eine recht anstrengende Kombination erwies. Bei den drei restlichen handelte es sich um Abschlusspräsentationen von Projekten und Berichten, die übrigens auch abgegeben werden mussten.

Folglich blieb nur wenig Zeit für große Unternehmungen. Zur Entpannung spazierte ich daher meist ein bisschen in der Umgebung herum. Die Sonne ließ sich dabei auch ab und zu blicken, sodass ein paar schöne winterliche Motive entstanden. Insider werden die Orte erkennen; für die anderen sei gesagt, dass die Fotos in der Nähe und auf der Donauinsel aufgenommen wurden.



Dienstag, 1. Dezember 2009

Eislaufen, Vortrag und das Lusthaus

An diesem Samstag hatte ich erneut eine meiner spontanen Ideen: Warum nicht mal Eislaufen gehen? Gedacht, getan - und schon fand ich mit Schlittschuhen unter den Beinen und mit den Armen hin- und herwackelnd auf einer Eisfläche wieder. Das letzte Mal, dass ich Schlittschuhlaufen war, fiel mir daraufhin ein, lag ungefähr vier Jahre zurück. Wie aber bei vielen Dingen, die man nicht mehr verlernt, sobald man sie einmal erlernt hat, ging es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ganz gut voran. Nun konnte ich auf der ziemlich großen und nicht so überfüllten Eisbahn meine Runden drehen. Diese befand sich in der Nähe vom Stadtpark, also gehörte fast noch zur Innenstadt. Die künstliche Eisfläche war gut beleuchtet, zudem bildeten das angrenzende Hotel und das Konzerthaus eine schöne Kulisse. Eigentümer des Ganzen ist der Wiener Eislaufverein. Trotzdem durfte man auch als Nicht-Mitglied das Eis betreten.


Den Sonntag verbrachte ich vorrangig mit der Vorbereitung auf meinen ersten englischen Vortrag in der Universität. Im Rahmen des studienrichtungsübergreifenden Kurses "Technical English Presentation" musste jeder Teilnehmer ein fünfminütiges Referat zu einem Thema seiner Wahl halten. Als ein anschauliches Beispiel der Geoinformatik hatte ich mir hierfür Dijkstra's Algorithm herausgesucht, mit dem sich leicht kürzeste Wege in einem Graphen finden lassen. Unglücklicherweise fiel mein Vortrag auf den gleichen Tag wie die Zwischenprüfung in diesem Kurs, sodass ich dafür noch zusätzlich lernen musste. Eine nicht gerade sehr angenehme Situation, aber mit der richtigen Organisation durchaus zu schaffen. Zwischendurch bin ich zur Entspannung im Prater spazieren gewesen. Dort bin ich vom Stadion aus die Hauptallee bis zum Ende gelaufen, wo sich das sogenannte Lusthaus befindet.

Samstag, 24. Oktober 2009

Parents in Vienna

Letztes Wochenende haben mich meine Eltern und mein Bruder in Wien besucht, um mir einige Sachen nachzubringen, die ich beim ersten Mal, aufgrund der 20kg Gepäckbeschränkung in Flugzeugen, nicht mitnehmen konnte. Natürlich wollten sie auch meine neue Wohnung sehen und sich einige Sehenswürdigkeiten in Wien anschauen:

Nach ihrer Ankunft gegen Mittag sind wir deshalb gleich zum berühmten Schweizerhaus im Prater Stelze (österr. Schweinshaxe) essen gegangen. Nachdem wir alle Sachen in meiner Wohnung und ihrer Pension verstaut hatten, blieb noch Zeit für einen abendlichen Spaziergang durch die Innenstadt, entlang des Rathauses, am Stephansdom vorbei, bis hin zum Schwedenplatz. Von dort fuhren wir mit der U-Bahn zur Donauinsel, wo wir uns in einem dort befindlichen Kino den Film "Verblendung" angeschaut haben.

Am nächsten Tag ging es auf Wanderschaft in der näheren Umgebung Wiens. Und zwar hatten wir uns dafür den Stadtwanderweg am Bisamberg herausgesucht, der durch eines der vielen Weinanbaugebiete führt. Unterwegs kehrten wir in einem Berggasthof ein und probierten Sturm, den Wein der diesjährigen Ernte. Nachmittags waren wir mit neuerlichem Appetit in einem Café Topfen- und Apfelstrudel essen. Zum Abschluss sind wir noch ein bisschen durch Innenstadt gelaufen, an der Hofburg vorbei, zum Museumsquartier. Leider war es schon zu spät, um in ein Museum zu gehen.

Dafür haben wir uns am folgenden Tag eine schöne Kunstausstellung zum Thema Impressionismus in der Albertina angeschaut. Der anschließende Besuch eines Schnitzelhauses darf natürlich bei keinem Wienaufenthalt fehlen. Danach sind wir über den nahegelegen Naschmarkt gelaufen und spontan auf den Kahlenberg gefahren. Dort blieben wir aufgrund des kühlen Wetters jedoch nicht allzu lange. Stattdessen wärmten wir uns lieber in einem Heurigen (einem Weinlokal) am Fuße des Berges wieder auf.

Am letzten Tag trafen wir uns zum Mittagessen im Café und Restaurant "Einstein. Gut gefüllt machten wir uns dann mit der neuen Bim (österr. Straßenbahn) auf den Weg zu Schloss Schönbrunn. Dort spazierten wir durch den Park bis hinauf zur Gloriette, wo wir in dem darin befindlichen Café Heiße Schokolade und Wiener Melange tranken. Da sich der Besuch dem Ende neigte, blieb nunmehr Zeit, sich mit Mozartkugeln und Mannerwaffeln einzudecken.

Freitag, 28. August 2009

¡Hola!

Nach einem längerem Zeitraum ohne neuen Beiträge kommt nun endlich ein druckfrischer Post zu meinem diesjährigen Sommerurlaub:

La Palma

Diesmal ging's mit meiner Family auf die kanarische Insel "La Palma". Diese befindet sich im Atlantischen Ozean und ist vulkanischen Ursprungs. Der geografischen Lage nach würde man die Kanaren eher Afrika zuordnen, da sie aber zu Spanien gehören, waren wir so gesehen noch in Europa.

Trotz dieser Einordnung ließ sich das Klima nicht beirren: fast jeden Tag war es sonnig und warm. Hierzu sei angemerkt, dass wir uns meist auf dem südwestlichen Teil der Insel aufhielten. Im nordöstlichen Teil hingegen stauten sich öfters Wolken an den Gebirgskämmen, die durch die Passatwinde dort gegen gedrückt wurden.

Für die Vegetation auf dieser Seite ist das jedoch von Vorteil, da durch die höhere Luftfeuchtigkeit mehr Wasser zur Verfügung steht. Daher konnten sich hier tropenähnliche Pflanzen und Bäume ausbilden, wohingegen der westlichen Part fast ausschließlich von der kanarischen Kiefer geprägt ist. In vielen Gebieten La Palmas wurden Bananenplantagen angelegt, die aufgrund der klimatischen Bedingungen relativ schnell wachsen.

Ein Faktor ist dabei die hohe Intensität der Sonneneinstrahlung, die wir schon kurz nach unserer Ankunft spürten. Mit genügend Sonnencreme oder im Schatten ließ es sich aber aushalten. Eine Abkühlung bot das Meer, in dem wir oft badeten. Der Sand von den Stränden La Palmas ist übrigens schwarz.

Wenn wir uns mal dort nicht entspannten, waren wir auf einer unseren fünf sehr schönen Wanderungen. Die erste war eine geführte und ging mitten in die Caldera - einem großen, erodierten Vulkankessel. Die zweite verlief in über 2000m Höhe am Kraterrand entlang; die dritte führte an mehreren kleineren Vulkanen im Süden vorbei. Bei den beiden letztgenannenten Touren hatte man einen hervorragenden Ausblick auf den umliegenden Ozean und einige Nachbarinseln. Beim vierten Ausflug waren wir im sogenannten Märchenwald, der aus urwaldlichen Bäumen und Farnen besteht. Zum Abschluss stiegen wir noch auf einen Berg im Zentrum der Insel, von dem sich ein herrliches Panorama bot.

Ein weiteres schönes Erlebnis war eine Bootstour entlang der Küste. Dort ging es in eine ehemalige Piratenhöhle, in der auch die Szene aus dem sechsten Harry Potter Film hätte spielen können. Nachdem wir sie wieder unbeschadet verlassen haben, folgte danach der Ritt auf einer Gummiboot-Banane, die hinter einem Schnellboot her gezogen wurde. Abschließend sahen wir noch einige Delfine, die munter das Schiff begleiteten.

An einem anderen Tag waren wir auf einer Bustour im Norden der Insel unterwegs. An mehreren Stationen machten wir Halt für kurze Aussichten oder kleinere Spaziergänge. Zum Mittagessen gab es traditionelle kanarische Küche: eine Getreidesuppe als Vorspeise, Ziege als Hauptgericht und eine leckere Süßspeise als Dessert. Aber auch ansonsten haben wir in verschiedenen Restaurants immer gut gegessen.

Das aus technischer Hinsicht wohl interessanteste Highlight unseres Urlaubs war der Besuch der beiden Spiegelteleskope und des größten Spiegel-Observatoriums der Welt. Auf einer Führung erklärten uns dort Wissenschaftler - teils auf Deutsch, teils auf Spanisch - deren Funktionsweise. Aufgrund der geringen Bewölkung, Luftverschmutzung und Beleuchtung eignet sich der Standort gut, um Sterne zu beobachten. Die Millionen Lichtpunkte am Nachthimmel waren auch für uns als Laien sehr faszinierend.

So, nun ist es in meinem Text dunkel geworden, d.h. es wird höchste Zeit Schluss zu machen. Der Post ist länger geworden, als ich dachte, aber daran sieht man, wie viel es auf der Insel zu entdecken gibt. Kann jedem empfehlen mal einen Urlaub auf La Palma zu verbringen!

Freitag, 24. Juli 2009

Ein Nachtrag zum 4. Semester

Um mein viertes Semester nicht vollständig zu vergessen, kommt hier ein Nachtrag mit den wichtigsten Ereignissen während dieser Zeit:

Das Semester ging relativ schnell in die Vollen, was bei fünf zu absolvierenden Kursen und zusätzlicher Arbeit am Institut nicht allzu verwunderlich ist. Am 1.Mai-Wochenende standen zudem Exkursionen in den Teutoburger Wald, den Süden und den Norden von Münster an. Dort untersuchten wir an ausgewählten Standorten die Bodenbeschaffenheit, die Pflanzenwelt und einige Tierarten. Im Anschluss daran musste in Gruppenarbeit ein Protokoll verfasst werden, welches die aus der Exkursion gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse zusammenfasste. Aufgrund der Fülle an Informationen gestaltete sich dies langwieriger als erwartet und zog sich fast bis in die Klausurlernphase.

Dieses Mal galt es drei Klausuren zu bestreiten, die glücklicherweise gut verteilt lagen. Zwischendurch ging es auf eine weitere interessante Exkursion, und zwar nach Gelsenkirchen. Hier setzten wir uns mit dem Strukturwandel des Ruhrgebiets auseinander und ich hielt dort einen Vortrag über die Multifunktionsarena auf Schalke. Für denselben Kurs musste ich nach Ende der Klausurphase noch eine kleine Hausarbeit über Gentrification verfassen. Danach war nur noch eine abschließende Programmieraufgabe fertig zu stellen und schon war ich bereit für den darauffolgenden Urlaub. Während des Semesters habe einen Teil meiner Motivation jeden Freitagnachmittag in einem Thai-Bo-Kurs zurückgewinnen können. Wer mit Thai-Bo nicht so vertraut sein sollte, findet auf YouTube genügend Anschauungsmaterial dazu, z.B. hier. Nicht vergessen zu werden sollte auch nicht der bürokratische Aufwand für mein kommendes Auslandsstudium, für das ich unzählige Formulare ausfüllen und Bescheide einreichen musste.

Glücklicherweise war neben der Arbeit noch ein wenig Zeit für freizeitliche Aktivitäten. So war ich während meines Semesters ganze sechs Mal im Kino. Der herausragendste Film war dabei eindeutig Star Trek 11. Des Weiteren habe ich mich mit Leuten meiner Skigruppe aus meinem diesjährigen Winterurlaub getroffen. Noch mit Erinnerungen an unsere dortigen Après-Ski-Feiern haben wir diesmal die Münsteraner Clubszene aufgemischt. An einem anderen Abend war ich auf einer sehr netten Geburtstagsfeier eingeladen, wo sich die Gelegenheit ergab, wieder einmal Tischtennis zu spielen. Für einen einwöchigen Abstecher Anfang Juni nach Berlin hat es ebenfalls gereicht. Dort standen die üblichen Treffen mit Verwandten und Freunden an. Einzig besonderes Highlight war der Besuch der Landesgartenschau in Oranienburg.