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Donnerstag, 27. September 2012

Das 10. Semester

Das letzte Semester meines Studiums stand ganz im Zeichen meiner Masterarbeit. Auch wenn ich nicht - wie es in anderen Studiengängen der Fall ist - unbedingt auf Bücher angewiesen war, arbeitete ich vorrangig in Bibliotheken. Dort hatte ich meine Ruhe und war umgeben von Gleichgesinnten. Montags und freitags hielt ich mich meist in der Bibliothek der Wirtschaftsinformatik und im Physikgebäude auf, dienstags und donnerstags in der Zentralbibliothek, und mittwochs in der Geo-Bibliothek. Zwischendurch hatte ich mehrere Treffen mit meinen beiden Prüfern am Institut für Geoinformatik und mit meinen beiden Betreuern bei 52°North.

Im April schrieb ich eine vorläufige Einleitung und die Grundlagenkapitel. Die Analyse und konzeptionellen Kapitel folgten im Mai und im Juni. Von Mitte Juni bis Ende August programmierte ich dann eine prototypische Webapplikation, die den praktischen Teil meiner Arbeit darstellte. Zwischendurch hatte ich meine mündliche Masterarbeitsverteidigung und eine Präsentation über mein Externes Semester. In den letzten beiden Augustwochen führte ich noch eine Benutzerumfrage durch, um die entwickelte Applikation zu testen. Das Fazit und den Ausblick verfasste ich im September. Abgegeben habe ich die Arbeit schließlich am 27. September.

Gewohnt habe ich während dieser Zeit in einem Studentenwohnheim an der Steinfurter Straße. Mein ehemaliges Wohnheim an der Boeselagerstraße wurde leider abgerissen, daher musste ich in dieses ausweichen. Zwar lag das neue Wohnheim näher an der Innenstadt, dafür befand es sich an einer ziemlich lauten Kreuzung. Wie schon in Zürich und Wien teilte ich mir Küche und Bad mit mehreren Mitbewohnern. Es gab 16 Leute auf dem Flur, von denen viele während des Semesters wechselten. Mit einigen hatte ich mehr, mit anderen hingegen weniger bis keinen Kontakt. In den ersten beiden Wochen nach meiner Ankunft richtete ich mir mein Zimmer so gut es ging ein und besorgte mir fehlende Einrichtungsgegenstände, wie Bettzeug, Wäscheständer und Geschirrtücher. Einen Internetanschluss bekam ich erst in der vierten Woche. Anders als bei vorherigen Anbietern hatte ich während der gesamten Zeit allerdings keinen einzigen Ausfall zu beklagen.

Zu Ostern kamen mich meine Eltern und mein Bruder besuchen. Sie brachten mir noch ein paar Sachen nach, die ich alleine nicht transportieren habe können. Am Ostersonntag fuhren wir zum Schloss Darfeld, wo wir bei schönem Wetter eine 12km lange Wanderung unternahmen. Ostermontag war das Wetter bescheidener. Dennoch besichtigten wir den Nationalpark Hohe Mark, Haltern am See und das Schloss Nordkirchen. Anderthalb Wochen später stand mein Geburtstag an. Ich feierte mit sieben Gästen in meinem Wohnheim und servierte ihnen Schweizer Spezialitäten (u.a. Rivella). Den späteren Abend ließen einer der Gäste und ich in einem Münsteraner Club ausklingen.

Ende April fand die traditionelle Geoparty im Triptychon statt, an der ich nun zum dritten Mal teilnahm. Zum Vorglühen trafen ich mich mit einem Kommilitonen aus dem nachfolgenden Jahrgang bei einer anderen Kommilitonin. Auf der Party selbst waren jedoch nicht mehr allzu viele bekannte Gesichter zu sehen. Daher war es nicht verwunderlich, dass sich an einem Abend Ende Mai ein weiteres Treffen mit einigen Kommilitonen aus meinem Semester ergab, wo wir uns in der Ziege und im Blauen Haus über den aktuellen Stand unserer Masterarbeiten austauschten.

Um einen freien Kopf zu bekommen, ging ich alle ein bis zwei Wochen joggen. Ich hatte mir zu Beginn des Semesters neue Laufschuhe gekauft, da die alten bestimmt schon zehn Jahre auf den Sohlen hatten. Mit den neuen Schuhen gelang es mir, erstmalig die 10km Marke zu knacken. Hiervon motiviert, entschied ich mich im Juni am Leonardo-Campus-Run teilzunehmen. Ein Übungspartner aus dem ersten Semester, mit dem ich immer noch befreundet war und mit dem ich ab und zu joggen ging, hatte mich auf dieses Event hingewiesen. Ich meldete mich für eine Strecke von ebendiesen 10km an und absolvierte sie in einer Zeit von 56 Minuten. Damit lag ich zwar noch weit von den schnellsten Läufern entfernt, aber der Run mit allem Drumherum war in jedem Fall eine Erfahrung wert gewesen. Ebenfalls im Juni fand die Fußball-Europameisterschaft statt. Die Vorrundenspiele verfolgte ich per Public Viewing im Viva Sportscafé, in meinem Studentenwohnheim und in der Mensa am Aasee. Die Finalspiele schaute ich mir in Ruhe auf meinem Zimmer an.

Die englische Masterstudentin aus Zürich, die immer noch in Hamburg arbeitete, kam mich auch im Juni besuchen. Wir besichtigten gemeinsam die Innenstadt, den Saal des Westfälischen Friedens, den Markt am Domplatz, den zufällig an dem Wochenende stattfindenden Send und den Botanischen Garten. Danach fuhren wir mit dem Rad, das ich vorab von einer Kommilitonin für sie besorgt hatte, zu den Rieselfeldern. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Zwischenstopp in einer englischen Wohnsiedlung, von der es aufgrund der Besatzungszeit nach dem zweiten Weltkrieg gleich mehrere in Münster gab. Zurück fuhren wir entlang des Dortmund-Ems-Kanals zur Mensa am Aasee und von dort zum Bahnhof.

Ansonsten kam es während des Semesters noch zu einigen kleineren Begebenheiten: Den Abend am Tag nach meiner mündlichen Masterarbeitsverteidigung zelebrierte ich mit dem oben genannten Übungspartner in der Atelier-Bar. Ein Brettspiel- und zwei Rollenspielabende kamen mit meiner ehemaligen Truppe zustande. Da ich es nicht zu ihrem Geburtstag geschafft hatte, trank ich zur Wiedergutmachung mit einer Rollenspielerin an einem Sonntagnachmittag in der Roestbar Zwo einen Kaffee. Anfang September fuhr ich mit dem Rad zur Burg Hülshoff, jener Burg, wo die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff aufgewachsen war. Hier besichtigte ich den Park und das in der Burg befindliche Museum, welches Details zu dem Leben und dem Schaffen der Dichterin preisgab.

Das war im Großem und Ganzen alles, was in Münster während meines zehnten Studiensemesters geschah. Meine Kurztrips nach Düsseldorf, Amsterdam, Berlin, Darmstadt, Stralsund, Zürich und Kiew in dieser Zeit habe ich übersichtshalber in separate Blogposts ausgelagert.

Samstag, 3. März 2012

Winterurlaub in Davos

Den diesjährigen Winterurlaub verbrachten wir zum ersten Mal komplett in der Schweiz. Vor drei Jahren hatte ich bereits einige Pistenkilometer auf der Schweizer Seite des Skigebiet "Portes du Soleil" gesammelt. Für die anderen - meinen Bruder, meinen Vater, sein Studienkollegen, dessen Tochter und deren Freund - waren die Schweizer Pisten hingegen Neuland. Nur einen Tag nach Ende meines Praktikum holten mich mein Vater und mein Bruder aus Zürich ab, sodass sich meine Anfahrtszeit in den Urlaub auf rekordverdächtige anderthalb Stunden belief.

Das Gesamtskigebiet von Davos-Klosters ist zwar relativ groß, allerdings ist es in sechs kleinere Skigebiete unterteilt. In unserer Urlaubswoche schafften wir immerhin fünf von ihnen zu befahren: Parsenn, Jakobshorn, Pischa, Madrisa und die Schatzalp (in chronologischer Reihenfolge). Die einzelnen Skigebiete lassen sich gut untereinander mit dem Skibus und sogar mit der Eisenbahn erreichen. Auffallend ist die große Anzahl an Schleppliften, die bei meinem Vater stets Unbehagen verursachen. Um in eines der Teilskigebiete zu gelangen, muss man sich zunächst mit einer Berg- oder Gondelbahn an die 500 bis 1000 Höhenmeter hinaufliften lassen. Da wir abseits der Ferienzeit gefahren sind, waren die Pisten dementsprechend leer.

An unserem ersten Tag hatten wir Schnee und Nebel. Danach schien nur noch die Sonne - teilweise erreichten die Temperaturen im Tal die 20°C Marke. Die Schneeverhältnisse waren trotzdem noch recht akzeptabel, wenn man nicht gerade auf Südhängen oder in den unteren Lagen unterwegs war. Meine ausgeliehenen Skiern fuhren sich ausgesprochen schnell - alles in allem bewegten wir uns doch eher gemütlich fort. Abends fanden unsere üblichen Spielerunden statt. Spiel der Woche war die sogenannte Schweinerei, bei der man versucht, mit zwei Schweinchen-Spielfiguren möglichst ausgefallene Positionen zu erwürfeln. Unsere gemietete Ferienwohnung bot ausreichend Platz für uns sechs. Zudem hatten wir eine schöne Aussicht aufs Jakobshorn. Aufgrund des hohen Preisniveaus verpflegten wir uns ausschließlich selbst.

Detaillierte Berichte unseres Skiurlaubs lassen sich auf dem Schneehöhen-Blog nachlesen. Verfasser der Beiträge sind der Freund und die Tochter des Arbeitskollegen meines Vaters, die hierfür Fünftages-Skipässe, T-Shirts und ein Maskottchen gesponsert bekommen haben.

Mittwoch, 30. November 2011

Nebliger November

Der November bot alles an Nebel, was man sich so vorstellen konnte: Hochnebel, Tiefnebel, dichten Nebel, dünnen Nebel, hellgrauen Nebel, dunkelgrauen Nebel. Nur vereinzelt schaffte es die Sonne, ein paar aufmunternde Strahlen der Erde entgegen zu schicken. Bis auf den letzten Tag fiel auch im ganzen Monat kein Tröpfchen Regen.



Um der Tristesse des trüben Wetters für ein paar Momente zu entfliehen, half Bewegung. So war ich Schwimmen, Eislaufen und einmal sogar Joggen. Allerdings war es da schon ziemlich kalt, vor allem an den Händen. Dieser Umstand wurde jedoch von einem wunderschönen Ausblick auf ein im Sonnenuntergang und Nebel versinkendes Zürich entschädigt. Als sich an einem Wochenende eine Sonnenlücke auftat, spazierte ich ein bisschen in Wollishofen, einem im Südwesten gelegenen Stadtteil Zürichs, herum.

An einem anderen Wochenende besichtigte ich das Museum Rietberg. Hier gab es Kunstschätze zu den verschiedenen Weltreligionen zu sehen. Eine Sonderausstellung zum Thema "Mystik" . Um die vielen Eindrücke zu verarbeiten, half ein kleiner Rundgang durch den schönen, angrenzenden Park. Als kleine Anekdote sei erwähnt, dass Richard Wagner in der Villa, die später zu dem Museum umfunktioniert wurde, seine berühmte Oper "Tristan und Isolde" geschrieben hat. Über diese musste ich in der Schule mal einen Vortrag halten. Ein bisschen weiter in meine Kindheit wurde ich versetzt, als ich mir im Kino den Film "Tom Sawyer" anschaute. Aus dem Buch hatte mir und meinem Bruder früher immer mein Opa vorgelesen.

Am Institut kam es ebenfalls zu einigen Gelegenheiten, den grauen Arbeitsalltag ein wenig bunter zu gestalten. So durfte ich an einer Exkursion zu ESRI teilnehmen - einer großen Firma für Geoinformationssoftware, die eine Niederlassung in Zürich hat. Lustigerweise hörte ich in derselben Woche noch einen Vortrag des Hauptkonkurrenten - Quantum GIS - gehalten von Tim Sutton, einem der Chefentwickler. An einem Abend verabschiedeten wir in der Pizzeria Molino in lustiger Runde unsere Doktorandin, die einen Monat bei uns arbeitete. Gegen Ende des Monats nahm mich mein Projektleiter noch zu einem Treffen mit Geologen mit, um sie über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren.


Am letzten Wochenende kam es dann zu einer Begegnung der besonderen Art. Eine meiner ehemaligen englischen Arbeitskolleginnen hatte mir geschrieben, dass ihre Patentochter für ein paar Monate nach Zürich kommen wird. Nach einigen Nachrichtenwechseln auf Facebook verabredeten wir uns schließlich zu einem ersten Treffen. Da sie erst vor zwei Wochen in der Schweiz angekommen war, spazierte ich mit ihr auf den Zürichberg, damit sie einen guten Überblick von Zürich erhalten konnte. Im Anschluss daran haben wir - wie in England typisch - noch einen 5 Uhr Tee bei mir getrunken.

Montag, 8. August 2011

Das 8. Semester

Im Gegensatz zum vorangegangen, eher theorielastigen Semester, war mein achtes Semester mehr praktischer Natur. Ich hatte zwei Studienprojekte am Start, drei Seminare, eine Vorlesung sowie eine Vorlesungsreihe. Zudem war ich Tutor im Kurs Referenzsysteme, den ich im Vorjahr besucht hatte. Alles zusammen füllte meine Woche gut aus. Sehr angenehm war dabei der Umstand, dass ich meistens bis 9 Uhr (aus)schlafen konnte, da die frühesten Kurse erst um 10 Uhr begannen.

Während des Semesters war abseits der Uni natürlich auch einiges los. So fanden sich gleich am Montag in der zweiten Woche alle Masterstudenten zum Grillen am Aasee ein. Meinen Geburtstag feierte ich am Samstag in derselben Woche im kleinen Rahmen in meiner Wohnung. Am Tag darauf besann ich mich, meine Laufschuhe wieder aus dem Schrank zu holen und mit dem Joggen zu beginnen. Dies machte ich mir daraufhin zu meiner wöchentlichen Gewohnheit und konnte mich so von anfänglichen 4 km auf bis zu 9,6 km steigern. Das Wetter war diesen Frühling und Frühsommer für Münsteraner Verhältnisse ausgesprochen gut, was diese sportliche Aktivität zusätzlich förderte. Auch mit dem Fahrrad konnte ich einige schöne Touren in der Umgebung Münsters unternehmen. Gerne hätte ich dabei das ein oder andere Motiv aufgenommen, doch durch den Verlust meines Smartphones im Winterurlaub war dies mir leider nicht vergönnt gewesen.

Über die vier Osterfeiertage fuhr ich zu meiner Familie nach Berlin. Auf der Hinfahrt habe ich mich mit meinem Bruder getroffen. Der Zug, den wir nahmen, hatte am Ende aufgrund von Bauarbeiten und eines "Personenschadens" sage und schreibe drei Stunden Verspätung. Nichtsdestotrotz traf ich mich am gleichen Abend mit drei Schulfreunden aus meinem ehemaligen Mathe-LK und wir ließen die Nacht gemütlich in einer Bar und einem Klub am Hackischen Markt ausklingen. Meinen Bruder hatte es leider nicht ganz so gut erwischt und musste die Feiertage krank im Bett verbringen. Da Ostern ziemlich spät in diesem Jahr lag, ergab sich endlich wieder die Gelegenheit, einen Geburtstag innerhalb der Familie mitzufeiern, und zwar den der Cousine meiner Mutter. Hier fand sich die gesamte nähere Verwandtschaft zusammen, sodass ich einige lang nicht mehr gesehene Gesichter wiedersah und die neuesten Neuigkeiten erfuhr. Meinen Osteraufenhalt rundete ich mit meiner Mutter in den "Gärten der Welt" ab, welche seit meinem letzten Besuch den ein oder anderen Garten hinzubekommen hatten.

Zu Himmelfahrt war es dann umgekehrt: Meine Eltern kamen zu Besuch nach Nordrhein-Westfalen.
Zuerst schauten sie gemeinsam mit meinem Bruder die Loreley am Rhein an. Einen Tag später trafen wir uns alle in Dortmund, wo wir uns ein Mietauto mieteten. Mit dem machten wir uns auf ins sagenumwobene Sauerland. Sagenumwoben deshalb, da schon in meiner Humangeografie-Vorlesung im dritten Semester immer ein leichtes Raunen durch den Saal ging, als der Professor das Sauerland erwähnte. Scheinbar sehen es hier viele Leute als eine Art grünes Paradies - im Gegensatz zum grauen Pott. Die Landschaft ist zwar recht nett anzuschauen, so mein persönlicher Eindruck, allerdings konnte ich mit den dortigen Erhebungen nicht so richtig identifizieren. Für Hügel (wie in England) sind sie zu groß und für Berge (wie in den Alpen) sind sie zu klein. Auf der Autobahnfahrt dorthin kamen sie mir zudem ziemlich gestaucht vor. Trotz alledem war der Aufenthalt, wenn auch nur kurz, eine willkommene Abwechslung zum Studienalltag. Am Nachmittag spazierten wir auf die Nordhelle, abends liefen wir entlang des angestauten Biggesees. Am nächsten Tag wanderten wir auf die Hohe Bracht. Die Nacht verbrachten wir in einer Hotelpension in Attendorn.

In den Pfingstferien war ich wiederum in Berlin. Mein Bruder hatte, obwohl er im selben Bundesland wie ich studiert, komischerweise keine Ferien. Daher musste ich mich wohl oder übel alleine auf den Weg machen. Im Zug (der diesmal sogar überpünktlich ankam) stand noch nicht wirklich fest, was ich in der mir zur Verfügung stehenden Zeit machen werde. Bald jedoch musste ich feststellen, dass dies die ereignisreichsten Pfingstferien meines Studiums werden sollten. Angefangen hat es mit einem Bowlingabend mit meinem besten Schulfreund und dessen Freundin in der Nähe vom Nollendorfplatz. Am Tag darauf waren meine Eltern und ich mit einer Arbeitskollegin meiner Mutter und deren Mann in Bernau Spargel essen. Zur besseren Verdauung spazierten wir noch an der Stadtmauer entlang, landeten aber letztendlich an unserer Ausgangsposition in einem Café. Die aufgenommenen Kalorien strampelten wir uns am nächsten Tag auf einer 40 km langen Radtour ab. Wir sind in die Stadt hinein bis zur Warschauer Straße gefahren, danach durch den Treptower Park und entlang des Teltowkanals bis nach Adlershof und von dort aus wieder zurück. Am Montag fand dann die fast schon zum Standardrepertoire meiner Ferien gehörende Rollenspielrunde statt. Allerdings gehörte sie mit vier Mitspielern eher zu einer der kleineren. Dienstag musste ich mich verstärkt mit Unikram auseinandersetzen, da auf diesen Tag die Deadline für einen vorläufigen Bericht fiel. Am Mittwochabend war ich kurz mit meinem Vater bei meinem Opa zu Besuch. Donnerstag war ich wiederum mit meinen anderen Großeltern verabredet. Wir waren zuerst in Neu Helgoland essen und haben danach eine kleine Schiffsrundfahrt über den Müggelsee unternommen. Am Freitagabend habe mich mit einem guten Schulfreund getroffen, den es arbeitsbedingt nach München verschlug. Da ich in Sachen Umzug in eine andere Stadt schon einige Erfahrungen gesammelt hatte, konnte ich ihm den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben. Samstag wären noch zwei weitere Treffen möglich gewesen. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, vor meiner Rückreise noch ein wenig Energie zu tanken. So habe ich den Tag in Ruhe zu Hause verbracht.

Das war auch gut so, denn die finalen vier Wochen des Semesters standen bevor. In diesen musste soviele Präsentationen halten wie noch nie, und zwar gleich fünf an der Zahl. Dafür war nur eine Klausur fällig, die wahrscheinlich auch letzte meines Studiums. Des Weiteren musste ich noch zwei je fünfseitige Abschlussberichte verfassen sowie zwei Studienprojekte inklusive Dokumentation fertigstellen. Letzteres geschah allerdings in der dreiwöchigen "Nachstudienzeit" des Semesters. Nebenbei hatte ich es gewagt, zum ersten Mal Blut zu spenden. Ich war natürlich vorher ein wenig aufgeregt. Da ich mich aber im Vorfeld umfassend informiert habe und das Praxisteam sehr routiniert zu Werke ging, lief alles reibungslos ab. Ich hoffe, dass ich so einem Menschen helfen konnte und denke, dass ich zu gegebener Zeit wieder gehen werde.

An den letzten Wochenenden standen dann diverse Abschiedsfeiern an. Die erste war von einer Geografiestudentin, die es nach Dänemark zog, und drei ihrer Mitbewohnerinnen organisiert. Wie Mädchen nun mal sind, verließ keiner der vielen Gäste die Feier durstig oder gar hungrig. Mit meinem Informatik-Übungspartner aus dem ersten Semester war ich noch einmal abschließend joggen und anschließend in einem Münsteraner Club namens "Cuba Nova" das Tanzbein schwingen. Ich selbst habe meine Abschiedsfeier im BARzillus gefeiert. Ich muss sagen, dass es einer der nettesten Abend war, die ich in Münster verbracht habe. Den fünf Anwesenden sei dafür herzlich gedankt. Am folgenden Tag hieß es dann Koffer packen - allerdings sehr gemütlich, sodass am Nachmittag noch ein Kinobesuch drin war. Während des Semesters hatte ich es nur ein einziges Mal ins Kino geschafft. Meine Eltern kamen am nächsten Tag mit dem Auto, welches wir nun nach und nach randvoll beluden. Mein Bruder war auch kurzzeitig da und nahm ein paar Sachen für sich mit. Wie auch schon vor zwei Jahren hieß es nun Münster Lebewohl zu sagen. Bei meiner Abfahrt hatte ich allerdings das Gefühl, dass es wohl nicht das letzte Mal gewesen war.

Sonntag, 3. April 2011

Schwarz-gelbe Semesterferien

Nach dem anstrengenden siebten Semester war auch in den sich anschließenden Semesterferien von Erholung zunächst keine Spur. Es waren für zwei Kurse noch längere Abschlussarbeiten zu verfassen sowie eine Klausur und eine mündliche Prüfung zu bestreiten. Das bedeutete für die ersten drei Ferienwochen etwa mit dreiviertel der Arbeitsleistung wie während eines Semsters weiterzuarbeiten. Immerhin konnte ich das verbleibende Viertel nutzen, um einmal ins Kino, Schwimmen und Eislaufen zu gehen. An einem Nachmittag gab ich zudem einem Freund ein wenig Mathenachhilfe.

Ein ganz besonderes Highlight während dieser ersten Zeit war live bei einem Bundesligaspiel meines Lieblingsvereins, Borussia Dortmund, dabei zu sein. Schon seit meiner Schulzeit bin ich ein Fan der Schwarz-Gelben und habe ihnen in guten wie auch schlechten Zeiten die Daumen gedrückt. Aus den frühen Jahren resultiert auch ein Dortmund-Schal und eine Mütze (beides Geburtstagsgeschenke meiner Tante), die bei dem Spiel erstmalig aktiv zum Einsatz kamen. Sowieso war es das erste Spiel überhaupt, in dem ich in einem Stadion war. Dabei begleitet hat mich mein Bruder, ebenso ein Dortmund-Fan wie ich. Als gegnerisches Team war der 1. FC St. Pauli zu Gast. Bis auf eine Szene ging aber keine Gefahr von ihnen aus, sodass Dortmund das Spiel kontrollieren und einen klaren 2:0 Sieg erspielen konnte. Da die Tore in unterschiedlichen Halbzeiten fielen, konnten wir, in der Nordtribüne sitzend, eines direkt vor unseren Augen erleben. Die Stimmung war dementsprechend gut und es machte umso mehr Spaß, den noch verrückteren Fans auf der Südtribüne zuzuschauen. Nach Abpfiff des Spiels haben wir den Tag gemütlich in einer Pizzeria ausklingen lassen.

Weiter ging es in der vierten Woche mit einem Blockkurs über mobile Geodatenerfassung, in dem wir mit GPS-Geräten ausgestattet ausgewählte Objekte in Münster kartiert haben. Danach schloss sich mein Winterurlaub und eine Woche Aufenthalt in Berlin an. Bei letzterem gab es jede Menge an kleineren Dingen zu erledigen - wie die üblichen Kontrolluntersuchungen bei Ärzten, sodass sich nichts weiter Aufregedendes ereignet hat. Immerhin waren meine beiden Großeltern zu Besuch und ich habe meiner Mutter ihren Geburtstagwunsch erfüllt, mit ihr Shoppen zu gehen.

Zurück in Münster stand auch gleich der nächste Blockkurs vor der Tür. Diesmal ging es um die Verarbeitung, Speicherung und Darstellung von geographischen Daten. Am anschließenden Wochenende war Frühlingsputz angesagt, bei dem ich mein Fahrrad und Fenster vom Schmutz befreite, der sich über den Winter angesammelt hatte. Die letzte Woche wurde fast ausschließlich von der Vorbereitung eines Studienprojekts ausgefüllt. Über die gesamten acht Wochen der Ferien hin war das Wetter meist erstaunlicherweise gut. So konnte ich am letzten Wochenende vor Semesterbeginn noch eine 30km lange "Rund um Münster Tour" mit dem Fahrrad unternehmen.

Freitag, 1. Oktober 2010

Semesterferien (Part II) – Berlin

Nach abgeschlossener Bachelorarbeit verblieben mir noch fünf weitere Ferienwochen. Eigentlich hatte ich für diese Zeit ein kleines Praktikum vorgesehen. Dieses hat sich jedoch aufgrund von zeitlichen Regelungen des Unternehmens nicht ergeben. Im Nachhinein betrachtet war dies vielleicht auch besser, sodass ich mir eine Erholungspause zwischen Bachelor- und Masterstudium gönnen konnte. Also fuhr ich einen Tag nach Abgabe der Bachelorarbeit zu meinen Eltern nach Berlin.


Es sollte sich herausstellen, dass die Highlights gleich zu Beginn meines Aufenthalts stattfinden sollten. Zum einen habe ich einen der schönsten Clubabende mit meinem besten Schulfreund im Kosmos erlebt. Hier hat fast alles gestimmt, vor allem aber die Musik und die Stimmung. Zum anderen war ich mit meinem Bruder auf der Internationalen Funkausstellung, der IFA. Dort haben wir die neueste 3D-Technik begutachtet und allerlei Häppchen abgestaubt.


Ansonsten stand das übliche Ferienprogamm auf der Tagesordnung: Besuche bei den Großeltern, Kino, Shopping, Frisör und ein bisschen Sport. Da das Wetter bis auf ein paar Ausnahmen recht annehmbar war, konnte ich auch einige Spaziergänge und Radtouren (durch Marzahn, Hellersdorf und Köpenick)  unternehmen. In den letzten beiden Wochen habe ich mich mit zwei Freunden getroffen, die ich während meines Freiwilligendiensts in England kennengelernt habe. In schönen Erinnerungen schwelgend sind wir durch die Stadt gezogen und haben uns Sehenswürdigkeiten Berlins angeschaut. Eine Rollenspielrunde kam dagegen leider nicht zustande. Dafür habe ich ein kleines Programm für Smartphones mit dem Betriebssystem Android geschrieben und endlich einen Schrank mit ehemaligen Spielsachen in meinem Zimmer ausgeräumt.

Samstag, 31. Juli 2010

Das sechste Semester

Vor diesem Semester dachte ich, mir stünde angesichts des schönen Stundenplans ein insgesamt entspanntes halbes Jahr bevor. Doch bald musste ich feststellen, dass dem leider nicht so war. Fast bei jedem Kurs wurden die durch die Credit Points vorgebenen Zeitvorgaben deutlich überschritten. Dies geschah einerseits durch zeitintensive Übungsaufgaben, andererseits mussten für zwei Kurse nahezu in jeder Woche längere, wissenschaftliche Texte gelesen werden. Hinzu kamen durchschnittlich zwei bis drei Projekt-, Übungs- oder Arbeitsgruppentreffen, welche meist nicht gerade zur Produktivität beitrugen. Es gab aber auch eine positive Seite des Semesters: So waren am Ende lediglich zwei kleinere Klausuren und zwei abschließende Berichte zu schreiben. In diese Zeit fiel auch die Bewerbung für den Master, bei der es wieder einmal jede Menge (bürokratische) Formalitäten zu erledigen gab.

Ein bisschen Abwechslung von dem Semester verschaffte mir glücklicherweise die Fußball-WM. Wie viele andere war auch ich überrascht, wie sich die deutsche Nationalelf zum dritten Platz spielte. Drei der Spiele habe ich an unterschiedlichen Public-Viewing Plätzen in Münster gesehen, die anderen vier sowie die der anderen Mannschaften in Ruhe von zu Hause. Am letzten Juni-Wochenende war ich noch einmal kurz in Berlin. Mein Bruder hatte seinen Abiball, zu dem ich natürlich gerne angereist bin. Zum einen hatte mein Bruder ein recht gutes Zeugnis vorzuweisen, zum anderen ich die Gelegenheit, seinen Schulfreunden, von denen ich einige von früher kannte, alles Gute zu wünschen. Zufällig habe ich auch Leute aus meinem Jahrgang getroffen, die so wie ich ihre Geschwister begleiteten. Nach diesem Ereignis folgte ein kurze Phase sehr hoher Temperaturen, die sich später als Sommer herausstellen sollte. In dieser heißen Zeit war ich zweimal Schwimmen, da andere sportliche Betätigungen nicht in Frage kamen. Dafür eignete sich das Wetter davor und danach hervorragend fürs Joggen, sodass ich meine Langstreckenfähigkeiten gut ausbauen konnte. Vielleicht hat aber auch mein neues Smartphone einiges dazu beigetragen, bei dem ich nun Route, Geschwindigkeitsverlauf, Entfernung und Zeit verfolgen kann.

Sonntag, 28. Februar 2010

Kultur pur - und Sport vorort

Nach dem schönen Winterurlaub ging es für mich zurück nach Wien, um dort meine letzten beiden Monate zu verbringen und meine letzten drei Prüfungen zu bestreiten. Verbunden damit besteht meine Hauptbeschäftigung natürlich aus Lernen und Vorbereitungen. In der vorlesungsfreien Zeit ist dies jedoch umso angenehmer, da man nebenbei noch ein paar andere Dinge erledigen kann.

So konnte ich noch einiges an Kultur aus Wien mitnehmen. Zum Beispiel habe ich mir in der Staatsoper das Ballett "Romeo und Julia" angeguckt. Mir ist dabei aufgefallen, dass es das erste Mal war, dass ich Ballett live angeschaut habe. War aber ganz gut gewesen - zumal ich mir vorher eine Zusammenfassung durchgelesen hatte, sodass ich einigermaßen wusste, was die Tänze zu bedeuten haben. An einem anderen Tag habe ich an einer Stadtführung nahe der Innenstadt teilgenommen. Anlass war der Welttag der Fremdenführer, an dem alle Führungen kostenlos waren, um so den Leuten den Beruf ein bisschen näher zu bringen. Ich hatte dabei eine ältere Dame erwischt, die zu fast jedem Haus eine kleine Geschichte erzählen konnte. So dauerten die paar hundert Meter, die wir zurücklegten, zwar nahezu zwei Stunden, trotzdem war es recht interessant zu erfahren, welche Persönlichkeiten in den Häusern gelebt haben, an denen man sonst achtlos vorbeigehen würde. Ein weiteres Highlight meiner letzten Zeit war der Besuch von Goethes "Faust I" im Burgtheater. Faust wurde von Tobias Moretti gespielt, den vielleicht einige aus "Kommissar Rex" kennen. Zusammen mit dem ebenfalls gut besetzten Mephisto und Gretchen sowie einigen tollen Effekten handelte es sich um eine sehr gelungene Vorstellung.

Nun zum sportlichen Teil meines Beitrags. Ich hatte mir nach dem Urlaub fest vorgenommen, jede Woche etwas Sportliches zu unternehmen, um wenigstens einen Teil meiner dort erworbenenen Kondition beizubehalten. Da aufgrund der winterlichen Temperaturen Sport im Freien nicht in Frage kam, bin ich zunächst auf Hallensportarten ausgewichen. In der ersten Woche war ich Schwimmen gewesen und in der Woche darauf Schlittschuhlaufen. Dieses Wochenende war es allerdings so frühlingshaft, dass ich einen Run durch den Prater wagen konnte. Passend zur Ergänzung habe ich mir abends ein paar Bewerbe der Olympischen Winterspiele in Vancouver im Fernsehen angeschaut. Sehr lustig dies aus österreichischer Sicht mitzubekommen, wo dem Skifahren dieselbe Priorität beigemessen wird wie in Deutschland dem Fußball. Auch war es oft sehr amüsant, den österreichischen Kommentatoren mit ihren Bemerkungen zu einzelnen Sportlern und Ländern zu lauschen.